Lebkuchen-Hersteller im Backstress - bald startet Verkauf
05.08.2025 - 06:23:30Bei Lebkuchen Schmidt in NĂŒrnberg arbeiten die BackstraĂen derzeit an sechs Tagen die Woche rund um die Uhr. Auch in den Werken der Aachener Lambertz-Gruppe herrscht von Juni bis August Hochbetrieb. Schon bald kommen die ersten Lebkuchen, Stollen und Zimtsterne in den Handel - und viele Menschen wundern sich jedes Jahr erneut ĂŒber den frĂŒhen Verkaufsstart.
Gut 81.000 Tonnen Lebkuchen, Honigkuchen und Ă€hnliche GebĂ€cke haben die 75 deutschen Hersteller laut dem Statistischen Bundesamt im vergangenen Jahr produziert, 2023 waren es noch 86.800 Tonnen. Gut ein Viertel der WeihnachtsspezialitĂ€ten geht nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen SĂŒĂwarenindustrie in den Export.
Hauptumsatz am Ende des Jahres
Eine wichtige Rolle spiele dabei Osteuropa, wo das ganze Jahr ĂŒber Lebkuchen gegessen werde, erlĂ€utert Lambertz-Inhaber Hermann BĂŒhlbecker. Der wichtigste Absatzmarkt sei aber nach wie vor Deutschland und die europĂ€ischen NachbarlĂ€nder, wo Lebkuchen, Stollen, Printen & Co. hauptsĂ€chlich im November und Dezember gekauft werden. Auch Lebkuchen Schmidt macht nach eigenen Angaben seinen Hauptumsatz in den letzten drei Monaten des Jahres.
Doch wieso sind Lebkuchen, Spekulatius und Zimtsterne oft schon ab Ende August in den Supermarktregalen zu finden? Laut dem Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels ist das seit Jahren ĂŒblich - weil die Nachfrage vorhanden ist, wie GeschĂ€ftsfĂŒhrer Philipp Hennerkes sagt. Mit dem Ende der Urlaubszeit wachse die Vorfreude auf die ruhigere Winterzeit. Erfahrungen zeigten, dass im September und Oktober Ă€hnlich viel verkauft werde wie im November und Dezember.
Schlechtes Wetter macht Appetit auf Weihnachten
Ob Verbraucherinnen und Verbraucher bereits viele Wochen vor Weihnachten groĂen Appetit auf die traditionellen Leckereien haben, hĂ€nge stark vom Wetter ab, sagt der Konsumentenforscher Carsten Leo Demming von der Dualen Hochschule Baden-WĂŒrttemberg in Heilbronn: WeihnachtsgebĂ€ck verkaufe sich besser bei grauem Himmel, sagt er.
Bei Neuheiten und Trends sind die Deutschen bei WeihnachtsspezialitĂ€ten allerdings wenig experimentierfreudig. Diese erwarteten klassische, traditionelle Produkte, sagt BĂŒhlbecker. "Erhebliche Modifikationen an der Produkt-Charakteristik und gar an den Rezepturen werden deshalb nicht akzeptiert."
Vorsichtig bei neuen Trends
Generell gebe es eine gröĂere Nachfrage nach Bio und nach veganen Produkten, hat Lebkuchen Schmidt-Betriebsleiter Dirk Kuen festgestellt. Beim klassischen NĂŒrnberger Lebkuchen sei man bei neuen Trends aber vorsichtig. "Die Entwicklung eines neuen Lebkuchens kann schon einmal bis zu zwei Jahren dauern." Und manche Kreationen lehnt der Fachmann von vorneherein ab: Extreme Geschmacksrichtungen wie Chili oder die gehypte Dubai-Schokolade. "Das wĂŒrde nicht zu unserem Lebkuchen passen", sagt er.

