Zehnte, Deutschland

Jeder Zehnte in Deutschland von IdentitÀtsdiebstahl betroffen

27.03.2024 - 06:22:38

Mehr als jeder Erwachsene in Deutschland (11 Prozent) ist bereits Opfer von IdentitÀtsdiebstahl im Netz geworden.

Das geht aus einer reprĂ€sentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Initiative Sicher Handeln (ISH) hervor, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde. Fast jeder fĂŒnfte Befragte (19 Prozent), der selbst bisher verschont geblieben ist, kennt aber einen oder gar mehrere Menschen, die Opfer wurden. FĂŒnf Prozent haben beides erlebt, sind also selbst Opfer geworden und kennen weitere Opfer.

In der Online-Umfrage von YouGov wurden Anfang MĂ€rz 2058 Personen befragt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind reprĂ€sentativ fĂŒr die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

IdentitĂ€tsdiebstahl sei eine besonders perfide Betrugsmasche, erklĂ€rte die Initiative. Kriminelle nutzten dabei Daten wie den Namen, das Geburtsdatum, die Anschrift oder Kreditkarten- oder Kontonummern ihrer Opfer, um sich mithilfe dieser Daten Nutzerkonten bei Online-Diensten anzulegen und auf fremde Kosten einzukaufen oder VertrĂ€ge abzuschließen. "Die Opfer bekommen das meistens erst mit, wenn es zu spĂ€t ist und die Überweisungen auf dem Konto verbucht sind oder Rechnungen eintrudeln."

Aktuell nutzen viele Cyberkriminelle den angespannten Wohnungsmarkt aus. So werden etwa Wohnungssuchende mit einer gefĂ€lschten Anzeige dazu verleitet, ein Post-Identverfahren fĂŒr eine Bewerbung fĂŒr eine angebliche Wohnungsbesichtigung zu absolvieren. Oft merken die Betroffenen dabei nicht, dass sie mit den Angaben den BetrĂŒgern lediglich dabei helfen, in ihrem Namen ein Bankkonto zu eröffnen, das fĂŒr kriminelle Zwecke verwendet werden soll, etwa fĂŒr GeldwĂ€sche.

"Obwohl die Gefahr steigt, nehmen viele das Thema offensichtlich noch immer auf die leichte Schulter", sagte eine Sprecherin der Initiative. Insbesondere die junge Generation agiere besonders sorglos. In der Umfrage sagte jeder dritte 18- bis 24-JĂ€hrige, fĂŒr mehrere Nutzerkonten im Netz dasselbe Passwort zu verwenden. Im Schnitt handelt gerade einmal jeder FĂŒnfte so. 16 Prozent der jungen Erwachsenen rĂ€umten ein, bereits eine Kopie ihres Personalausweises ĂŒber das Internet mit einer fremden Person geteilt zu haben. Innerhalb der gesamten Stichprobe trifft das nur auf elf Prozent der Befragten zu.

Auch bei den Sicherheitsmaßnahmen handeln die Ă€lteren Befragten deutlich gewissenhafter als die jĂŒngste Generation. 70 Prozent der Über-55-JĂ€hrigen sagen, dass sie regelmĂ€ĂŸig ihre KontoauszĂŒge prĂŒfen. Bei den 18- bis 24-JĂ€hrigen sind das lediglich 39 Prozent.

Sicher Handeln ist eine gemeinsame Initiative der Polizeilichen KriminalprĂ€vention der LĂ€nder und des Bundes (ProPK), der Stiftung Deutsches Forum fĂŒr KriminalprĂ€vention (DFK), Deutschland sicher im Netz e. V. (DsiN), RISK IDENT und Kleinanzeigen (ehemals eBay Kleinanzeigen), die 2023 ins Leben gerufen wurde.

@ dpa.de