Umfrage: Autoindustrie belastet durch BĂŒrokratie und FachkrĂ€ftemangel
05.06.2024 - 14:30:59Dies ergab eine Befragung des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) unter Automobilzulieferern sowie den mittelstÀndisch geprÀgten Herstellern von AnhÀngern, Aufbauten und Bussen. Demnach planten 37 Prozent der 143 befragten Unternehmen eine Investitionsverlagerung ins Ausland, unter anderem in andere LÀnder der EU, Asien und Nordamerika.
13 Prozent der befragten Unternehmen planten eine Streichung von Investitionen. Nur ein Prozent der Unternehmen gab an, Investitionen in Deutschland angesichts der aktuellen Lage erhöhen zu wollen.
"Immer mehr Unternehmen des automobilen Mittelstandes planen, Investitionen ins Ausland zu verlagern", sagte VDA-PrĂ€sidentin Hildegard MĂŒller. "Die Bundesregierung muss aufpassen, dass das industrielle Netzwerk, das den Wirtschaftsstandort Deutschland ausmacht, keinen Schaden nimmt."
Unternehmen belastet durch FachkrĂ€ftemangel und BĂŒrokratie
Zudem leidet laut Umfrage ein GroĂteil der Unternehmen an einem Mangel an Fach- und ArbeitskrĂ€ften. 52 Prozent gaben an, Schwierigkeiten zu haben, den kurz- und mittelfristigen FachkrĂ€ftebedarf zu decken. 45 Prozent setzen zur Deckung der benötigten FachkrĂ€fte auf eigene Ausbildung.
Trotz Fach- und ArbeitskrĂ€ftemangel gab fast jedes zweite Unternehmen (45 Prozent) an, aktuell BeschĂ€ftigung in Deutschland abzubauen. Grund dafĂŒr sei unter anderem die Transformation der Automobilindustrie in Richtung KlimaneutralitĂ€t und Digitalisierung, teilte der VDA mit.
16 Prozent hingegen gaben an, BeschĂ€ftigung aufzubauen, in 38 Prozent der Unternehmen blieben die BeschĂ€ftigungszahlen konstant. "Die Transformation sowie der sich verschĂ€rfende internationale Wettbewerb fordern insbesondere die Unternehmen des automobilen Mittelstandes stark", sagte MĂŒller. "Umso wichtiger ist es, dass die Unternehmen durch die richtigen politischen Rahmenbedingungen unterstĂŒtzt und im internationalen Wettbewerb gestĂ€rkt werden."
AuĂerdem stark belastet sehen sich die befragten Unternehmen durch BĂŒrokratie. 83,3 Prozent gaben an, dadurch stark oder sehr stark belastet zu sein. In keiner vorherigen Umfrage lag der Wert höher. Die Umfrage der VDA wird seit dem FrĂŒhjahr 2020 regelmĂ€Ăig durchgefĂŒhrt. Auch Steuern und Abgaben (65 Prozent), hohe Strompreise (62 Prozent) und Gaspreise (50 Prozent) fordern viele der Unternehmen stark oder sogar sehr stark heraus.

