Meloni, Abstimmung

Meloni verliert Abstimmung zu neuem Wahlrecht

Veröffentlicht am: 14.07.2026 um 21:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Italiens rechte MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni hat bei ihren PlĂ€nen fĂŒr eine Wahlrechtsform im Parlament eine empfindliche Niederlage einstecken mĂŒssen.

In der Abgeordnetenkammer in Rom scheiterte sie am Abend mit einem wichtigen Änderungsantrag - wenn auch nur Ă€ußerst knapp. Gegen den Entwurf ihrer Regierungspartei Fratelli d'Italia (BrĂŒder Italiens) stimmten 188 Abgeordnete, dafĂŒr 187.

In Italien wird aller Voraussicht nach im nĂ€chsten Jahr neu gewĂ€hlt - fĂŒr Meloni ist dies nach einer gescheiterten Volksabstimmung bereits der zweite RĂŒckschlag binnen weniger Monate. Mit ihrer Koalition aus drei rechten und konservativen Parteien regiert sie bereits seit Herbst 2022. Wenn sie bis nach der Sommerpause durchhĂ€lt - was als wahrscheinlich gilt -, wird sie Anfang September zu Italiens Regierungschefin mit der lĂ€ngsten Amtszeit am StĂŒck.

Auch Gegenstimmen aus dem eigenen Lager

Die Fratelli-Vorsitzende setzt sich bereits seit lĂ€ngerer Zeit fĂŒr eine grundlegende Reform des Wahlrechts ein. Dazu gehört, dass der Regierungschef kĂŒnftig direkt gewĂ€hlt und die Partei, die die meisten Stimmen bekommt, bei der Verteilung der Sitze einen Mehrheitsbonus bekommen soll. Meloni argumentiert, dass Italien stabile VerhĂ€ltnisse brauche.

In dem Änderungsantrag ging es jetzt aber nur darum, dass es bei einer Parlamentswahl kĂŒnftig möglich sein sollte, mit sogenannten Vorzugsstimmen einzelne Kandidaten auf der Liste ihrer Partei nach vorn zu wĂ€hlen. Damit scheiterte Meloni in der geheimen Abstimmung. Aus der linken Opposition kamen sogleich Forderungen nach ihrem RĂŒcktritt und Neuwahlen.

Auch in Volksabstimmung gescheitert

Die Niederlage ist fĂŒr Meloni heikel, weil ihre Koalitionspartner Forza Italia und Lega UnterstĂŒtzung versprochen hatten. Eigentlich hat die Koalition im Parlament eine satte Mehrheit. Deshalb mĂŒssen auch Abgeordnete aus dem eigenen Lager dagegen gestimmt haben. Meloni selbst reagierte auf die Schlappe mit den Worten: "Wir haben es versucht. Der Sumpf hat wieder einmal gesiegt."

In den Umfragen liegt die MinisterprĂ€sidentin mit ihrer Partei seit langer Zeit stabil vor allen anderen KrĂ€ften. Vermutet wird, dass sie ihr Vorhaben trotz der Niederlage durchziehen will. In diesem FrĂŒhjahr war Meloni allerdings auch schon mit PlĂ€nen fĂŒr eine grundlegende Justizreform gescheitert. In einer Volksabstimmung sprachen sich die Italiener mit klarer Mehrheit dagegen aus.

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