Mercedes-Benz Aktie: Schiebe fordert lÀngere Arbeitszeiten
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 05:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mercedes-Benz-Produktionsvorstand Michael Schiebe bringt lĂ€ngere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich ins Spiel. Die IG Metall kĂŒndigt sofort Widerstand an. Im Kern geht es um die Zukunft der deutschen Werke.
Schiebe verteidigt die Forderung mit einem Vergleich. Im ungarischen Werk Kecskemét arbeiten die BeschÀftigten mehr Stunden, der Krankenstand liegt niedriger als in Deutschland. Der Standort soll seine KapazitÀt verdoppeln.
SchlieĂung als letztes Mittel
Der Ausbau in Ungarn dient laut Schiebe einem doppelten Zweck. Er soll die Konzern-WettbewerbsfĂ€higkeit stĂ€rken und gleichzeitig deutsche ArbeitsplĂ€tze sichern. Kommt keine Einigung zustande, drohe in einem "extremen Szenario" die SchlieĂung deutscher Werke.
Schiebe betont zugleich, genau das verhindern zu wollen. Die IG Metall lÀsst sich davon nicht beeindrucken. Sie lehnt lÀngere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich klar ab.
Die Fronten sind damit klar. Auf der einen Seite steht ein Konzern, der seine Kostenbasis senken muss. Auf der anderen Seite eine Gewerkschaft, die Einkommensverluste fĂŒr ihre Mitglieder nicht hinnehmen will.
ElektromobilitÀt lÀuft parallel weiter
WĂ€hrend der Tarifkonflikt intern fĂŒr Spannung sorgt, treibt Mercedes-Benz seine Elektrostrategie voran. Der Konzern erweitert sein Angebot fĂŒr gewerbliche ElektromobilitĂ€t in Deutschland. Zusammen mit ChargePoint bietet er Unternehmen jetzt Komplettlösungen fĂŒr Ladeinfrastruktur an - von der Analyse ĂŒber die Planung bis zum Betrieb von AC- und DC-Ladestationen.
Die frĂŒhere Konzernsparte Daimler Truck liefert dazu passende Argumente. Sie veröffentlicht Praxisdaten von Elektro-Lkw, die deutliche Einsparungen bei den Gesamtbetriebskosten zeigen. Das soll Zweifel an Reichweite und Wirtschaftlichkeit von Elektro-Nutzfahrzeugen ausrĂ€umen.
Analysten sehen darin ein Signal fĂŒr mehr ProfitabilitĂ€t. Besonders das Van-Segment und die Finanzdienstleistungen sollen den freien Cashflow stĂŒtzen.
Der Kurs spiegelt die Unsicherheit
Die Aktie schloss am Freitag bei 45,52 Euro, ein Minus von 0,61 Prozent zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht ein Verlust von 24,22 Prozent zu Buche - deutlich mehr als der RĂŒckgang der vergangenen 30 Tage von 2,55 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 62,30 Euro fehlen der Aktie fast 27 Prozent.
Der Tarifkonflikt bleibt ungelöst. Die IG Metall hat ihren Widerstand angekĂŒndigt, Schiebe seine Bereitschaft zu Verhandlungen signalisiert. Wie beide Seiten die Balance zwischen Kostensenkung und sozialem Frieden finden, wird sich in den kommenden GesprĂ€chen zeigen.
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