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'Merz muss runter vom Sessel'

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 17:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach dem CDU-Wahlfiasko in Sachsen-Anhalt fordert der stellvertretende Landesparteichef von Mecklenburg-Vorpommern, Tino Schomann, den RĂŒcktritt von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

"Er muss runter vom Sessel, und da muss ein anderer rauf", sagte er der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage. Zuvor hatte der NDR berichtet. In Mecklenburg-Vorpommern steht in eineinhalb Wochen die nÀchste Landtagswahl an.

"Die Pressekonferenz gestern war einfach nur grottig und nicht aufrichtig", sagte Schomann. Nach der Sachsen-Anhalt-Wahl, die die AfD am Sonntag mit 43,8 Prozent gewonnen hatte, war Merz am Montag gemeinsam mit dem MinisterprĂ€sidenten Sven Schulze (CDU) vor die Kameras getreten. Die CDU war auf 17,2 Prozent abgestĂŒrzt.

Merz sei nicht empathisch, und es glaube ihm keiner mehr, erklĂ€rte Schomann, der auch Landrat im Landkreis Nordwestmecklenburg ist. Zudem warf er Merz handwerkliche Fehlgriffe vor, die eines Kanzlers nicht wĂŒrdig seien. "Er kriegt das Land nicht in den Griff", klagte Schomann.

Wer soll dann Kanzler werden?

Der Landrat sprach sich aber gegen eine Neuwahl aus und plĂ€dierte stattdessen fĂŒr eine interne Regelung. Es gebe mehrere Charaktere innerhalb der Union, denen man ihre Empathie abnehmen wĂŒrde und die auch durchsetzungsstark seien. Von der CDU nannte er Bundesaußenminister Johann Wadephul und BundestagsprĂ€sidentin Julia Klöckner, von der CSU den MinisterprĂ€sidenten von Bayern, Markus Söder, und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt.

CDU-Landeschef und Spitzenkandidat in MV, Daniel Peters, reagierte mit UnverstÀndnis auf die Diskussion um Merz. "Die Koalition leidet vor allem an der SPD, die stÀndig Vereinbarungen hintertreibt", erklÀrte er der Deutschen Presse-Agentur. "Personaldebatten helfen uns nicht weiter. Sie sind kontraproduktiv."

Brandmauer zur AfD?

Auf die Frage, ob er eine Brandmauer zur AfD fĂŒr sinnhaft halte und wie er zum Unvereinbarkeitsbeschluss seiner Partei zur Linken stehe, erklĂ€rte Schomann: "Meine Aufgabe ist es, unter den gegebenen MehrheitsverhĂ€ltnissen möglichst verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen fĂŒr den Landkreis zu sichern." Man mĂŒsse um Inhalte streiten und nicht allein um Parteietiketten. Er spreche mit allen Fraktionen, "sofern sie sich im Rahmen der Verfassung bewegen". Den WĂ€hlerinnen und WĂ€hlern der AfD mĂŒsse man zuhören, statt sie "pauschal zu diffamieren".

Umfragen zufolge droht der CDU bei der Landtagswahl am 20. September ein historisch schlechtes Ergebnis. Meinungsforschungsinstitute sehen die Partei derzeit zwischen acht und zehn Prozent und damit so schwach wie noch nie in der Geschichte des Landes. Die AfD liegt mit 35 Prozent vorn.

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