TikTok, YouTube

Meta, TikTok und YouTube vor Gericht: Der große Prozess um Social-Media-Sucht

27.01.2026 - 03:23:12

Ein historischer Prozess in Los Angeles prüft, ob die Plattform-Designs von Tech-Konzernen Jugendliche schädigen. Das Urteil könnte die Branche verändern und Tausende weitere Klagen beeinflussen.

Los Angeles – Drei Tech-Giganten müssen sich erstmals vor einer Jury für den Vorwurf verantworten, ihre Plattformen seien bewusst süchtig machend gestaltet. Der Ausgang des Musterprozesses könnte die gesamte Branche verändern.

Die Klage einer 19-Jährigen, die schwere Depressionen und Suizidgedanken auf die Plattformen zurückführt, markiert eine Zeitenwende. Die Debatte über die Gefahren sozialer Medien für Jugendliche verlässt die Anhörungen im Kongress und wird auf eine juristische Ebene gehoben. Das Urteil wird Tausende ähnlicher Klagen in den USA beeinflussen.

Ein Musterprozess mit enormer Signalwirkung

Es geht um Grundsätzliches: Ist das Geschäftsmodell von Meta, TikTok und YouTube schädlich? Die als K.G.M. bekannte Klägerin behauptet, als Kind in eine Abhängigkeit von den Apps geraten zu sein, die direkt zu ihren psychischen Problemen führte. Ihr Fall ist der erste von mehreren Einzelklagen in diesem Jahr, die sich auf „Social-Media-Sucht“ konzentrieren.

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Die Beweisaufnahme verspricht spektakulär zu werden. Meta-Chef Mark Zuckerberg wird voraussichtlich als Zeuge aussagen. Die Jury muss entscheiden, ob die Konzerne fahrlässig Produkte designed haben, die der Klägerin schadeten. Snapchat-Mutter Snap Inc. schloss vergangene Woche einen Vergleich und entging dem Prozess.

Der Vorwurf: „Bewusst süchtig machendes Design“

Der Kern der Anklage in über 2.000 gebündelten Klagen ist einfach und radikal: Die Plattformen seien keine neutralen Foren, sondern defekte Produkte. Sie seien mit Features konstruiert, die die Nutzungsdauer maximieren und die Psychologie sich entwickelnder junger Gehirne ausnutzen sollen.

Diese Strategie ist kein Zufall. Sie orientiert sich am erfolgreichen Vorgehen gegen die Tabakindustrie. Der Fokus liegt nicht auf dem Inhalt, sondern auf dem Produktdesign selbst. Auch Bundesstaaten und Schulbezirke klagen, weil sie hohe Kosten für psychologische Betreuung tragen müssen.

Die Verteidigung: Komplexe Ursachen und Paragraph 230

Die Tech-Konzerne weisen die Vorwürfe entschieden zurück. Sie verweisen auf Sicherheitstools, Elternkontrollen und die komplexen, vielschichtigen Ursachen psychischer Probleme. Ein zentrales Bollwerk ihrer Verteidigung ist Paragraph 230 des US-Kommunikationsgesetzes.

Dieses Gesetz schützt Plattformen traditionell vor Haftung für Inhalte Dritter. Die Kläger versuchen jedoch, diese Schutzmauer zu umgehen. Sie argumentieren, dass nicht die Nutzerinhalte, sondern die eigenen Algorithmen und das Produktdesign der Konzerne den Schaden verursachen. Ein Schuldspruch könnte Paragraph 230 aushöhlen.

Ein Präzedenzfall für die globale Regulierung

Rechtsexperten auf der ganzen Welt verfolgen den Prozess in Los Angeles. Ein Urteil zugunsten der Klägerin könnte die Schleusen für milliardenschwere Schadensersatzforderungen öffnen und die Konzerne zu tiefgreifenden Design-Änderungen zwingen.

Egal wie das Urteil ausfällt – ein Ende des Streits ist nicht in Sicht. Rechtsanalysten rechnen mit Berufungen bis zum Supreme Court. Parallel laufen bereits die Vorbereitungen für Bundesklagen von Schulbezirken, die im Sommer 2026 beginnen sollen. Der juristische Druck auf die Social-Media-Branche wird weiter zunehmen.

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