Ergebnisse, Produktion/Absatz

Hugo Boss enttÀuscht 2023 mit operativem Ergebnis - Kursrutsch

16.01.2024 - 11:34:01

METZINGEN - Trotz der mauen Konsumstimmung hat der ModehÀndler Hugo Boss DE000A1PHFF7 2023 einen Umsatzrekord erzielt.

(neu: Kursentwicklung, Analystenstimmen, Details zu den Marken)

METZINGEN (dpa-AFX) - Trotz der mauen Konsumstimmung hat der ModehĂ€ndler Hugo Boss DE000A1PHFF7 2023 einen Umsatzrekord erzielt. Das vierte Quartal war dabei das umsatzstĂ€rkste in der Geschichte des Unternehmens. Vor allem in China machte Hugo Boss zum Jahresende krĂ€ftig an Boden gut. Der Markenumbau trĂ€gt FrĂŒchte. Die zuvor schon zweimal angehobene Prognosespanne fĂŒr 2023 hat das MDax-Unternehmen DE0008467416 damit am oberen Ende erreicht. Das operative Ergebnis fiel indes schwĂ€cher als gemeinhin gedacht aus und kam bei den Anlegern an der Börse nicht gut an. Die Aktien brachen daraufhin ein.

Im Gesamtjahr kletterten die Erlöse um 15 Prozent auf einen Rekordwert von 4,2 Milliarden Euro, wie Hugo Boss am Dienstag anhand vorlĂ€ufiger Zahlen in Metzingen mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) dĂŒrfte sich um 22 Prozent auf 410 Millionen Euro verbessert haben. Der ModehĂ€ndler hatte fĂŒr 2023 zuletzt ein Umsatzwachstum von 12 bis 15 Prozent auf bis zu 4,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. FĂŒr das operative Ergebnis hatte das Management ein Plus von 20 bis 25 Prozent auf bis zu 420 Millionen Euro erwartet.

Vom operativen Ergebnis im TagesgeschĂ€ft hatten sich Analysten allerdings etwas mehr erhofft. Der Kurs der Hugo-Boss-Aktien fiel am spĂ€ten Vormittag um rund elf Prozent auf 58,96 Euro, das war das tiefste Niveau seit November. Damit waren die Papiere weit abgeschlagenes Schlusslicht im MDax der mittelgroßen Werte. Zuvor hatten sie sich seit Mitte Dezember von einer SchwĂ€chephase etwas erholt, werden durch die AbschlĂ€ge aber wieder zurĂŒckgeworfen.

Analystin Chiara Battistini von der Bank JPMorgan schrieb in einer ersten EinschÀtzung, der ModehÀndler habe die Erwartungen an das operative Ergebnis verfehlt. Die Investoren seien zuletzt wohl eher positiv zu Hugo Boss eingestellt gewesen und hÀtten das Unternehmen innerhalb des weiter gefassten Luxussektors auch aufgrund seiner starken Markendynamik als eine sichere Anlage gesehen. Insofern sei die EnttÀuschung beim operativen Gewinn nun eine Belastung, ergÀnzte sie.

Abgesehen vom leicht enttĂ€uschenden operativen Ergebnis habe Hugo Boss beim Umsatz aber wie erwartet abgeschnitten, schrieb UBS-Analystin Susy Tibaldi in einer ersten Reaktion. Die Resultate zeigten nach zuletzt vielen negativen Branchennachrichten, dass der ModehĂ€ndler weiter auf einem guten Weg sei. Das starke Markenimage ĂŒberwiege die Konjunkturunsicherheiten.

Im vierten Quartal stieg der Umsatz von Hugo Boss um 10 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro. So viel hatte der ModehĂ€ndler in einem Quartal bisher noch nie eingefahren. SĂ€mtliche Marken, Regionen und VertriebskanĂ€le hĂ€tten zum Wachstum beigetragen und der Start der Herbst/Winter-Kollektion sei erfolgreich verlaufen, hieß es vom Konzern. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte ersten Berechnungen zufolge in den letzten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf 121 Millionen Euro zu.

Besonders gut liefen die GeschÀfte in der Region Asien/Pazifik, hier stieg der Umsatz im Schlussquartal um gut ein Viertel. In Amerika legten die Erlöse um 15 Prozent zu. In der europÀischen Region EMEA kletterten sie dagegen nur um 5 Prozent nach oben. WÀhrend das digitale GeschÀft von Hugo Boss weiter auf zweistelligem Wachstumskurs blieb, konnte sich der ModehÀndler aber auch im stationÀren Einzelhandel mit einem Plus von 9 Prozent gut behaupten.

Damit zahlen sich die Investitionen in die Wachstumsstrategie des Unternehmens mit verschiedenen Marketing-, Produkt- und Vertriebsinitiativen weiter aus: Der Konzern hatte nach einer lÀngeren Durststrecke seiner Mode ein neues, frischeres Image verpasst. Hugo Boss setzt auf bekannte Markenbotschafter wie Naomi Campbell, Fashion-Shows und die Zusammenarbeit mit anderen bekannten Marken wie Porsche. Die beiden Marken Boss und Hugo wuchsen aufgrund ihrer gestiegenen Relevanz im vierten Quartal erneut zweistellig.

"Wir haben 2023 mit einem hervorragenden Ergebnis abgeschlossen und somit ein Rekordjahr fĂŒr Hugo Boss erzielt", sagte Unternehmenschef Daniel Grieder laut Mitteilung. Er sprach von einer robusten Grundlage fĂŒr weitere Marktanteilsgewinne und einem Meilenstein zur Erreichung der mittelfristigen Finanzziele, die Hugo Boss im vergangenen Jahr ebenfalls angehoben hatte.

Bis 2025 peilt der MDax-Konzern einen Umsatz von 5 Milliarden Euro und ein Betriebsergebnis (Ebit) von mindestens 600 Millionen Euro an. Die ausfĂŒhrlichen Zahlen zum vergangenen Jahr sowie den Ausblick fĂŒr 2024 will Hugo Boss am 7. MĂ€rz vorlegen.

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