Microsoft, Aktie

Microsoft Aktie: Arbeitsmarktbericht am 2. Juli entscheidend

28.06.2026 - 16:20:02 | boerse-global.de

Trotz eines kräftigen Kurssprungs bleibt die Microsoft-Aktie technisch angeschlagen. Die kommende US-Arbeitsmarktdaten könnten die Richtung bestimmen.

Microsoft Aktie: Technische Daten bremsen Erholungsrallye
Microsoft - Abstraktes, unscharfes Büroambiente mit subtilen Lichtstreifen, das Erwartung und Unsicherheit widerspiegelt. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Nach dem kräftigen Freitagssprung von 5,71 Prozent auf 327,90 Euro könnte man meinen, Microsoft habe die Talsohle durchschritten. Die technischen Daten erzählen eine nüchternere Geschichte.

Seit Jahresbeginn liegt die Aktie gut 19 Prozent im Minus. Das 52-Wochen-Tief von 307,10 Euro stammt vom 25. Juni — also von vor drei Tagen. Der Abstand dazu beträgt gerade einmal 6,77 Prozent. Von einer Trendwende zu sprechen, wäre verfrüht.

Verkürzter Handel, volle Makrolast

Die Woche hat es trotz nur vier Handelstagen in sich. Am Donnerstag, 2. Juli, veröffentlicht das Bureau of Labor Statistics um 14:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit den US-Arbeitsmarktbericht für Juni. Für eine Aktie wie Microsoft, deren Bewertung stark von Zinserwartungen abhängt, ist das der wichtigste Datenpunkt der Woche.

Ein schwacher Jobmarkt würde Hoffnungen auf eine lockerere Fed-Politik befeuern. Stärkere Beschäftigungszahlen oder neuer Lohndruck dagegen könnten den Druck auf hoch bewertete Wachstumswerte erneuern. Am Freitag, 3. Juli, bleiben die US-Märkte wegen des Unabhängigkeitstags geschlossen.

Hinzu kommen zwei ISM-Berichte. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe erscheint am Dienstag, 1. Juli. Der Dienstleistungsindex folgt erst am 6. Juli — wegen des Feiertags um einen Tag verschoben.

Fed-Chef spricht in Sintra

Ebenfalls am 1. Juli nimmt Fed-Chef Kevin Warsh am EZB-Forum für Zentralbankwesen in Sintra teil. Dort könnte er Signale zur künftigen Geldpolitik setzen. Die Protokolle der FOMC-Sitzung vom 16. und 17. Juni erscheinen am 8. Juli. Das nächste Zinstreffen ist für den 28. und 29. Juli angesetzt.

Für Microsoft-Aktionäre ist das relevant: Die Bewertung leidet seit Monaten unter steigenden Diskontierungsraten und wachsender Skepsis gegenüber den KI-Investitionen im Technologiesektor.

Kein Unternehmenskatalysator in Sicht

Einen konkreten Unternehmensimpuls gibt es in dieser Woche nicht. Microsoft hat zwar angekündigt, die Ergebnisse des vierten Quartals des Geschäftsjahres 2026 bald nach Börsenschluss zu veröffentlichen — einen genauen Termin nennt das Unternehmen bislang nicht. Das Geschäftsjahr endet am 30. Juni.

Die nächste gesicherte Ausschüttung liegt ohnehin weit entfernt. Microsoft zahlt am 10. September eine Quartalsdividende von 0,91 Dollar je Aktie. Stichtag für den Dividendenanspruch ist der 20. August.

Technisch noch kein Entwarnung

Der Freitagsschlusskurs liegt 7,10 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 352,96 Euro und 14,60 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 43 signalisiert keine extreme Überverkauft-Situation. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 39 Prozent zeigt: Große Tagesausschläge bleiben die Regel.

Ein nachhaltiger Rebound würde einen Schlusskurs oberhalb des 50-Tage-Durchschnitts erfordern. Gelingt das nicht und dreht der Kurs zurück Richtung 307 Euro, wäre der Freitagssprung nur eine kurze Gegenbewegung im laufenden Abwärtstrend gewesen. Der Arbeitsmarktbericht am Donnerstag dürfte die Richtung maßgeblich mitbestimmen.

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