Microsoft, Aktie

Microsoft Aktie: Neues 52-Wochen-Tief bei 309,40 Euro

25.06.2026 - 23:46:16 | boerse-global.de

Microsoft-Aktie fällt auf Jahrestief, belastet durch Margendruck, Milliarden-Klage und aggressive Investitionen in KI-Infrastruktur.

Microsoft Aktie: Schwächstes Halbjahr seit 2000 und neue Klage
Microsoft - Abstrakte Darstellung des Technologiesektors mit dunklen Farbtönen und subtiler Unschärfe, die einen Marktabschwung andeutet. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Microsoft erlebt das schwächste erste Halbjahr seit der Jahrtausendwende. Am Donnerstag stürzte das Papier um fast vier Prozent auf 309,40 Euro ab. Der Softwarekonzern rutscht damit auf ein frisches 52-Wochen-Tief. Margensorgen und eine massive Klage belasten den Kurs schwer.

Analysten warnen vor Margendruck

Die Investmentbank Stifel senkte das Kursziel von 415 auf 400 US-Dollar. Analyst Brad Reback stuft die Aktie weiterhin auf "Halten" ein. Er hält die Gewinnerwartungen der Wall Street für das Geschäftsjahr 2027 für zu optimistisch.

Der Markt rechnet aktuell mit einer Bruttomarge von 66,5 Prozent. Stifel prognostiziert lediglich rund 63 Prozent. Der Grund liegt im rasanten Wachstum der Cloud-Sparte Azure. Diese wächst dreimal schneller als das restliche Geschäft. Die Folge: Der veränderte Produktmix drückt die Margen.

Milliarden-Wette auf Erdgas

Um den gewaltigen Energiehunger seiner KI-Rechenzentren zu stillen, schließt Microsoft einen langfristigen Stromabnahmevertrag mit Chevron. Im Zentrum steht ein neues Gaskraftwerk in Westtexas. Die Anlage soll ein Rechenzentrum in Pecos exklusiv mit Strom versorgen.

Das Projekt liefert ab 2028 Energie. Umweltschützer kritisieren den Deal scharf. Das Kraftwerk könnte jährlich über 13 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen. Das torpediert Microsofts eigenes Klimaziel. Der Konzern will bis 2030 eigentlich CO2-negativ wirtschaften.

Klageflut und überverkaufter Markt

An der juristischen Front braut sich ebenfalls Ärger zusammen. Fast 400 Zeitungsverlage reichten am Mittwoch eine Klage gegen Microsoft und OpenAI ein. Sie werfen den Unternehmen Urheberrechtsverletzungen beim Training ihrer KI-Modelle vor.

Technisch bewegt sich die Aktie auf sehr dünnem Eis. Das Papier notiert nur minimal über dem Jahrestief von 308,50 Euro. Der RSI-Indikator signalisiert mit einem Wert von rund 31 einen stark überverkauften Zustand. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf über 23 Prozent.

Trotz des massiven Kursrutsches hält das Management an seinem aggressiven Investitionskurs fest. Die Investitionsausgaben für das Jahr 2026 steigen auf 190 Milliarden US-Dollar. Microsoft will seine Position im hart umkämpften Markt für KI-Infrastruktur um jeden Preis verteidigen.

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