Microsoft, Entra

Microsoft Entra fĂŒhrt passkeys fĂŒr passwortlose Windows-Anmeldung ein

13.03.2026 - 00:00:15 | boerse-global.de

Microsoft integriert passkeys in Entra ID und ermöglicht Unternehmen ab MĂ€rz 2026 eine passwortlose, phishing-resistente Authentifizierung fĂŒr Mitarbeiter auf Windows-GerĂ€ten.

Microsoft Entra fĂŒhrt passkeys fĂŒr passwortlose Windows-Anmeldung ein - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Microsoft Entra fĂŒhrt passkeys fĂŒr passwortlose Windows-Anmeldung ein - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Passwörter in Unternehmen werden durch kryptografische SchlĂŒssel ersetzt. Microsoft hat diese Woche die Integration von passkeys in Microsoft Entra fĂŒr Windows-GerĂ€te angekĂŒndigt. Der Schritt markiert einen Wendepunkt im Kampf gegen IdentitĂ€tsdiebstahl und Phishing.

Ab Mitte MĂ€rz 2026 können Unternehmen die Funktion in einer öffentlichen Vorschau testen. Sie ermöglicht es Mitarbeitern, sich ĂŒber Windows Hello mit Gesichtserkennung, Fingerabdruck oder einer lokalen PIN bei Unternehmensressourcen anzumelden – ganz ohne Passwort. Die Lösung funktioniert sowohl auf firmeneigenen als auch auf privaten GerĂ€ten.

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So funktionieren die kryptografischen SchlĂŒssel

Die Technologie basiert auf dem FIDO2-Standard und nutzt einen privaten SchlĂŒssel, der sicher in der Hardware des GerĂ€ts gespeichert wird. Ein zugehöriger öffentlicher SchlĂŒssel wird beim IdentitĂ€tsanbieter, in diesem Fall Microsoft Entra, hinterlegt. Bei der Anmeldung authentifiziert sich der Nutzer lokal am GerĂ€t; der private SchlĂŒssel verlĂ€sst es nie.

Das ist der entscheidende Sicherheitsvorteil: Phishing-Seiten oder Schadsoftware können die Anmeldedaten nicht abfangen, da kein gemeinsames „Geheimnis“ (das Passwort) mehr zwischen Nutzer und Server ausgetauscht wird. Bislang waren passwortlose Anmeldungen auf verwaltete FirmengerĂ€te beschrĂ€nkt. Die neue Integration schließt nun eine kritische LĂŒcke, indem sie sicheren Zugriff auch auf private Laptops im Bring-Your-Own-Device-Modell erlaubt.

Im Einklang mit modernen Sicherheitsstandards

Die Abkehr vom Passwort folgt den aktuellen Empfehlungen des US-amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST). Dessen Richtlinien haben sich grundlegend gewandelt: RegelmĂ€ĂŸige, erzwungene Passwortwechsel und komplexe Zeichenvorgaben werden nicht mehr empfohlen.

Forschung zeigte, dass solche Regeln die Sicherheit oft schwĂ€chen. Nutzer leiden unter „Passwort-MĂŒdigkeit“, verwenden vorhersehbare Variationen oder notieren ihre ZugĂ€nge. Die neuen NIST-Standards setzen stattdessen auf lange Passphrasen und – wo möglich – auf passwortlose Authentifizierung. Microsofts Schritt mit Entra bringt Unternehmen direkt auf Linie mit diesem modernen Framework.

Die hohen Kosten des traditionellen Passworts

Die Umstellung ist nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch der Wirtschaftlichkeit. Traditionelle Passwörter verursachen immense Kosten. Laut aktuellen Branchendaten kostet ein einziger Passwort-Reset durch den IT-Support im Schnitt umgerechnet etwa 65 Euro.

FĂŒr ein mittelstĂ€ndisches Unternehmen mit 10.000 Mitarbeitern summieren sich diese AufwĂ€nde schnell auf Hunderttausende Euro pro Jahr. Hinzu kommen die finanziellen Risiken durch Datenschutzverletzungen: Angriffe wie Credential Stuffing, bei denen gestohlene Passwörter automatisiert getestet werden, werden durch passkeys vollstĂ€ndig unterbunden.

Der industrieweite Abschied vom Passwort

Microsoft ist nicht allein. Tech-Giganten wie Google und Amazon setzen passkeys bereits als Standard fĂŒr Privatkonten. Die Integration in betriebssystemnahe Dienste und IdentitĂ€tsprovider wie Entra ID schafft eine kritische Masse, die die Akzeptanz in Unternehmen vorantreibt.

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Die Implikationen fĂŒr die digitale Transformation sind tiefgreifend. IdentitĂ€tsmanagement basiert kĂŒnftig nicht mehr auf auswendig gelernten Geheimnissen, sondern auf dem Besitz eines GerĂ€ts und biometrier Verifikation. Dies ebnet den Weg fĂŒr Zero-Trust-Architekturen und vereinfacht Onboarding-Prozesse erheblich.

Zeitplan fĂŒr die EinfĂŒhrung

Die öffentliche Vorschau fĂŒr Unternehmen weltweit startet Mitte MĂ€rz 2026 und lĂ€uft bis Ende April. Anschließend folgen spezielle Government-Cloud-Umgebungen, darunter auch solche des US-Verteidigungsministeriums. Die allgemeine VerfĂŒgbarkeit fĂŒr alle wird kurz nach diesen Testphasen erwartet.

IT-Administratoren wird geraten, ihre Authentifizierungsrichtlinien zu prĂŒfen und die FIDO2-Passkey-Funktion mit Pilotgruppen zu testen. FĂŒr Unternehmen ist die EinfĂŒhrung phishing-resistenter Anmeldeverfahren keine bloße Option mehr. Sie wird zur betrieblichen Notwendigkeit, die das Zugriffsmanagement des nĂ€chsten Jahrzehnts definiert.

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