Microsoft, Passwort-Abschied

Microsoft erzwingt Passwort-Abschied mit Edge-Update und Passkey-Pflicht

02.04.2026 - 11:23:15 | boerse-global.de

Microsoft schaltet Master-Passwörter ab, migriert Unternehmen zu Passkeys und fĂŒhrt eine neue Hochsicherheitslizenz ein, um die digitale IdentitĂ€t neu zu definieren.

Microsoft erzwingt Passwort-Abschied mit Edge-Update und Passkey-Pflicht - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Microsoft stellt die digitale IdentitĂ€t auf eine neue Grundlage. Diese Woche startete der Konzern eine Offensive gegen traditionelle Passwörter. Er zwingt Partner zur Zwei-Faktor-Authentifizierung, schaltet in Edge Master-Passwörter ab und migriert Unternehmen automatisch zu Passkeys. Das Ziel: Biometrie und GerĂ€tesicherheit sollen kĂŒnftig manuelle Zeichenketten ersetzen.

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Master-Passwort in Microsoft Edge wird abgeschaltet

FĂŒr Millionen Nutzer bedeutet das eine direkte Änderung. Mit der stabilen Version Edge 146, die Mitte MĂ€rz 2026 erschien, hat Microsoft die Funktion „Benutzerdefiniertes Hauptkennwort“ veraltet erklĂ€rt. Dieses Master-Passwort schĂŒtzte bisher die gespeicherten Zugangsdaten im Browser. Neue Nutzer können es gar nicht mehr einrichten.

Bestandsnutzer haben noch eine Schonfrist. Doch die Uhr tickt: Am 4. Juni 2026 wird die Funktion endgĂŒltig abgeschaltet. Wer bis dahin nicht manuell migriert, wird automatisch auf gerĂ€tebasierte Authentifizierung umgestellt. Dann entsperren nur noch Windows Hello, macOS Touch ID oder System-PINs den Passwort-Tresor.

Hintergrund ist ein Sicherheitsproblem. Wurde ein selbst gewĂ€hltes Master-Passwort vergessen, waren die gespeicherten Daten oft unwiederbringlich verloren. Die Integration in die Betriebssystem-Sicherheit soll das verhindern und gleichzeitig Phishing-Angriffe erschweren. Edge 146 schĂŒtzt gespeicherte Passwörter zudem vor versehentlichem Löschen – sie wurden aus dem MenĂŒ „Browserdaten löschen“ entfernt.

Unternehmen erhalten Passkeys automatisch aktiviert

Im Unternehmensumfeld geht Microsoft noch einen Schritt weiter. Seit dieser Woche aktiviert der Konzern Passkey-Profile automatisch fĂŒr alle Microsoft Entra ID-Mandanten. Diese Mammut-Migration betrifft tausende Organisationen weltweit. Wer bis Anfang April keine eigenen FIDO2-Einstellungen festlegte, erhĂ€lt nun Standard-Konfigurationen.

Neu ist die Eigenschaft passkeyType. Sie erlaubt IT-Administratoren eine prĂ€zise Steuerung: Sollen Passkeys an ein bestimmtes Sicherheitstoken gebunden sein oder bequem per Cloud synchronisiert werden? Diese Unterscheidung ist fĂŒr Hochsicherheitsbereiche essenziell.

Die Branche ist bereits auf dem Weg. Fast 87 Prozent der Unternehmen in den USA und Großbritannien setzen Passkeys bereits ein oder fĂŒhren sie gerade ein. Microsofts Entscheidung, die verbleibenden Mandanten zu zwingen, soll die globale Lieferkette vor Credential-Stuffing-Angriffen schĂŒtzen. Die Migration fĂŒr Standard-Mandanten soll bis Ende Mai abgeschlossen sein, Government-Clouds folgen im Juni.

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Authenticator-App erhÀlt kritische Sicherheits-Updates

Parallel patcht Microsoft seine Authenticator-App. Grund ist eine kritische Schwachstelle (CVE-2026-26123). Ein Fehler in der Verarbeitung von Deep-Links hĂ€tte es einer Schad-App ermöglichen können, Einmal-Codes abzufangen. Notfall-Updates in den App-Stores schließen diese LĂŒcke.

Zudem fĂŒhrt die App eine robuste „Jailbreak- und Root-Erkennung“ fĂŒr GeschĂ€fts- und Schulkonten ein. Auf kompromittierten GerĂ€ten mit manipuliertem Betriebssystem wird die App kĂŒnftig blockiert. Solche GerĂ€te gelten als nicht vertrauenswĂŒrdig fĂŒr den Umgang mit sensiblen Entra ID-Zugangsdaten.

Diese IntegritĂ€tsprĂŒfungen passen zum Trend zur „Zero Trust“-Architektur. Nur auf sicheren GerĂ€ten darf eine Authentifizierung stattfinden. FĂŒr Unternehmen mit BYOD-Richtlinien (Bring Your Own Device) ist das ein wichtiger Schutz. Administratoren können den Zugriff blockieren oder Firmendaten remote löschen, wenn ein GerĂ€t die PrĂŒfung nicht besteht.

Strategische Wende: MFA-Pflicht und neue Lizenz „E7“

Seit dem 1. April 2026 gilt eine weitere harte Vorgabe: Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ist fĂŒr alle Partner Center API-Aufrufe verpflichtend. Jedes automatisierte System oder Drittanbieter-Tool muss nun ein gĂŒltiges MFA-Token vorlegen. Microsoft will so den „IdentitĂ€tsperimeter“ schĂŒtzen, den es als primĂ€res Angriffsziel moderner Cyberattacken ausmacht.

FĂŒr diese Hochsicherheitsumgebung fĂŒhrt Microsoft die neue Lizenz Microsoft 365 E7 (Frontier) ein. Sie löst die E5-Stufe ab und kostet 99 US-dollar pro Nutzer und Monat. Neu ist die tiefe Integration von IdentitĂ€tsverwaltung in die ProduktivitĂ€tssuite. Die E7-Lizenz umfasst die Entra Suite und spezielle Governance-Funktionen fĂŒr KI-Agenten.

Diese Tools sollen das Verhalten von KI-Assistenten ĂŒberwachen und steuern. Analysten prognostizieren, dass solche Agenten bis Ende 2026 mehr AuthentifizierungsvorgĂ€nge abwickeln werden als Menschen. Mit E7 verschmelzen Sicherheit, IdentitĂ€t und kĂŒnstliche Intelligenz zu einer ganzheitlichen Schutzstrategie.

Passwort-Ära geht fĂŒr Microsoft-Nutzer zu Ende

Die geballten Updates zeigen: Die Ära des Passworts endet im Microsoft-Ökosystem. Laut FIDO Alliance sind inzwischen 69 Prozent der Verbraucher mit Passkeys vertraut – vor zwei Jahren waren es weniger als 40 Prozent. Microsoft nutzt diese Marktreife fĂŒr seinen aggressiven Zeitplan.

Wettbewerber wie Apple und Google treiben ihre passwordlosen Roadmaps ebenfalls voran. Doch Microsofts tiefe Verzahnung mit Unternehmens-Infrastrukturen verleiht seinen Änderungen eine grĂ¶ĂŸere Hebelwirkung auf globale GeschĂ€ftsablĂ€ufe. Die Abschaffung benutzerdefinierter Passwörter mag fĂŒr manche unbequem sein. Sicherheitsexperten sehen darin aber die einzige wirksame Verteidigung gegen die industrialisierte Automatisierung von Credential-Diebstahl, die derzeit beobachtet wird.

Der nĂ€chste Meilenstein fĂŒr Privatanwender ist der 4. Juni 2026. Microsoft wird voraussichtlich weitere Hilfen fĂŒr Bestandsnutzer bereitstellen, um Lockout-Szenarien auf GerĂ€ten ohne Biometrie-Hardware zu vermeiden. Die Branche beobachtet zudem die Akzeptanz der E7-Lizenz. Die Verwaltung von „Maschinen-IdentitĂ€ten“ wird zur nĂ€chsten großen Herausforderung fĂŒr Passwort-Manager. Bis Ende 2026 könnte das traditionelle Passwort nur noch ein Notfallmechanismus fĂŒr veraltete Systeme sein.

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