Mietbetrug, Falsche

Mietbetrug: Falsche Behörden-Dokumente tÀuschen Mieter

02.02.2026 - 02:00:11

Eine neue Welle von Mietbetrug nutzt gefälschte Behördenpapiere, um verzweifelte Wohnungssuchende zu täuschen. Die Schadenssumme liegt bei Millionen.

In der deutschen Wohnungskrise nutzen Betrüger eine raffinierte Masche: Sie fälschen offizielle Dokumente mit Regierungslogos, um seriös zu wirken. Verbraucherschützer warnen vor dieser neuen Stufe des Mietbetrugs, der die akute Wohnungsnot ausnutzt. Die Täter bauen kein einfaches Fake-Angebot mehr auf, sondern inszenieren ganze Schein-Transaktionen mit angeblichen Behördenpartnern.

Die Masche beginnt oft mit einem verlockenden Online-Inserat auf Social Media oder Immobilienportalen. Die Miete liegt deutlich unter dem Marktniveau, die Bilder sind gestohlen. Interessenten erhalten eine Adresse für eine „Fassadenbesichtigung“. Eine Schlüsselübergabe oder Innenbesichtigung wird jedoch verweigert – der angebliche Vermieter sei verreist.

Der entscheidende Schritt ist die Zusendung gefälschter Unterlagen. Um Druck aufzubauen, schicken die Betrüger Mietverträge zu, die illegitim mit Logos von Ministerien oder Wohnungsbaugesellschaften versehen sind. Diese offizielle Optik soll Vertrauen schaffen und zur schnellen Überweisung einer Kaution drängen. Erst beim Schlüsselholen merken die Opfer, dass die Wohnung entweder bewohnt oder nie zu vermieten war. Der Betrüger ist dann mit dem Geld verschwunden.

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Social Media als Haupt-Jagdrevier der Betrüger

Die finanziellen und emotionalen Folgen sind erheblich. Daten der US-Verbraucherschutzbehörde FTC deuten darauf hin, dass die tatsächlichen Schäden weit höher liegen als die gemeldeten 65 Millionen Dollar. Viele Opfer erstatten keine Anzeige.

Soziale Medien sind das primäre Jagdrevier. Fast die Hälfte aller gemeldeten Betrugsfälle zwischen Juli 2024 und Juni 2025 ging auf Fake-Anzeigen auf Facebook zurück. Besonders gefährdet sind junge Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren. Ihre starke Nutzung digitaler Plattformen für die Wohnungssuche und weniger Miet-Erfahrung machen sie zur leichten Beute. Oft wird nicht nur Geld abgezockt, sondern auch sensible persönliche Daten für Identitätsdiebstahl gesammelt.

Wohnungsnot schafft perfektes Betrugsklima

Die Explosion des Mietbetrugs hängt direkt mit der Wohnungsmarktkrise zusammen. Wo Mieten steigen und bezahlbarer Wohnraum knapp ist, entsteht hoher Druck auf Suchende. Betrüger erzeugen gezielt künstliche Dringlichkeit: Ein attraktiv bepreistes Inserat erhält Dutzende Anfragen. Die Angst, den Zuschlag zu verpassen, treibt viele dazu, schnell eine Kaution zu überweisen.

Diese Verzweiflung macht es Kriminellen leicht. Selbst verdächtige Verhaltensweisen – wie die Verweigerung einer Besichtigung – werden dann ignoriert. Experten warnen: Solange die Nachfrage das Angebot bei Weitem übersteigt, werden diese Betrugsmaschen zunehmen. Immer raffiniertere Tools wie KI-generierte Dokumente erschweren die Erkennung zusätzlich.

Gefälschte Behörden-Siegel als Teil eines größeren Trend

Der Einsatz gefälschter Behördenlogos ist Teil eines größeren Cybercrime-Trends: Angreifer geben sich als vertrauenswürdige Institutionen aus, um die Wachsamkeit zu umgehen. Echte Behörden fordern niemals per Kontaktaufnahme persönliche oder finanzielle Daten für Wohnungsanträge an. Doch viele Menschen kennen diese Verfahren nicht.

Der Immobiliensektor ist aufgrund der hohen Transaktionssummen ein lukratives Ziel für Kriminelle. Neben Mietbetrug sind auch Betrugsmaschen per E-Mail (Business Email Compromise) weit verbreitet, bei denen Zahlungsanweisungen manipuliert werden. Der Einsatz von KI für Deepfake-Telefonate und täuschend echte Phishing-Mails dürfte diese Betrugsformen noch schwerer erkennbar machen.

Was Mieter jetzt beachten müssen

Der Kampf gegen diese Betrugswelle erfordert erhöhte Wachsamkeit. Verbraucherschützer raten zu äußerster Skepsis und gründlicher Prüfung vor jeder Zahlung.

  • Unterdurchschnittliche Mieten sind ein Alarmzeichen. Ist ein Angebot deutlich zu gut, um wahr zu sein, ist es das meist auch.
  • Besichtigung vor Vertrag ist Pflicht. Lassen Sie sich auf keine Vereinbarung ein, ohne die Wohnung von innen gesehen und den Vermieter oder Makler persönlich getroffen zu haben.
  • Identität prüfen. Vergleichen Sie den Namen des Vermieters mit dem Grundbucheintrag (online oft gegen Gebühr einsehbar).
  • Reverse Image Search nutzen. Prüfen Sie die Fotos der Anzeige mit einer Bilderrückwärtssuche. Tauchen sie in anderen Listungen auf?
  • Sichere Zahlungsmittel wählen. Überweisungen, Bargeld oder Kryptowährungen sind kaum zurückzuverfolgen. Seien Sie hier besonders misstrauisch.

Der Druck wächst auch auf Online-Plattformen, ihre Verifizierungsprozesse zu verschärfen, um betrügerische Anzeigen von vornherein auszusortieren.

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