Verdi ruft zu weiterem zweitÀgigen Warnstreik im NRW-Nahverkehr auf
01.03.2024 - 16:44:35Die Gewerkschaft Verdi ruft BeschĂ€ftigte in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben zu einem zweitĂ€gigen Warnstreik auf, wie sie am Freitag mitteilte. Bestreikt werden wieder nahezu alle groĂen kommunalen Nahverkehrsbetriebe wie KVB (Köln), Rheinbahn (DĂŒsseldorf), DSW21 (Dortmund) oder die Stadtwerke MĂŒnster.
Hintergrund sind die Tarifverhandlungen ĂŒber die Arbeitsbedingungen der etwa 30 000 BeschĂ€ftigten in den kommunalen Verkehrsbetrieben. Zwei Verhandlungsrunden zum Manteltarifvertrag waren ergebnislos geblieben. Die Positionen liegen nach Angaben von Verdi weit auseinander.
Verdi-VerhandlungsfĂŒhrer Heinz Rech warf den Arbeitgebern erneut vor, dass sie noch kein Angebot vorgelegt hĂ€tten. "Wir wollen so viel Druck produzieren, dass sie verstehen, wir können auch noch hĂ€rter, und wir sollten es am Verhandlungstisch lösen." Fachbereichsleiterin Andrea Becker sagte auf die Frage nach dem RĂŒckhalt in der Bevölkerung: "Wir kriegen mit, es gibt VerstĂ€ndnis, und natĂŒrlich ist das nervig". Sie verwies bei der Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen unter anderem auch auf einen hohen Krankenstand, fehlende FachkrĂ€fte und Investitionen.
Verdi NRW hat in dem Tarifkonflikt bisher zu zwei eintĂ€gigen Warnstreiks Anfang und Mitte Februar sowie zu einem zweitĂ€gigen Warnstreik in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben aufgerufen. Die Arbeitsniederlegungen hatten gravierende Auswirkungen. StraĂen- und U-Bahnen blieben in den Depots. Vielerorts fahren erfahrungsgemÀà in den Streikregionen nur wenige Busse, die von privaten Anbietern betrieben werden.
Verdi hatte in dieser Woche nahezu bundesweit eine Warnstreikwelle im Nahverkehr gestartet - mit dem Hauptstreiktag Freitag. Gemeinsam mit Fridays for Future will Verdi ein Zeichen setzen, um mehr Geld fĂŒr den Nahverkehr einzufordern.
Nahezu alle groĂen kommunalen Nahverkehrsbetriebe wurden am Donnerstag und Freitag erneut bestreikt. Eine Ausnahme ist das Aachener Verkehrsunternehmen Aseag, fĂŒr das ein Haustarifvertrag gilt. Auch einige andere Nahverkehrsbetriebe sind von Verdi NRW nicht bestreikt worden.
Verdi fordert unter anderem zusĂ€tzliche freie Tage, um die BeschĂ€ftigten zu entlasten und die Berufe attraktiver zu gestalten. TĂ€glich fielen in allen Tarifbereichen Busse und Bahnen aus, weil es nicht genug Personal gebe. Der Arbeitgeberverband KAV NRW hat in dem Tarifkonflikt auf Landesebene auf einen engen Finanzspielraum verwiesen. Zudem seien die GehĂ€lter zum 1. MĂ€rz wie vor lĂ€ngerer Zeit vereinbart deutlich gestiegen. ZusĂ€tzliche freie Tage wĂŒrden bei dem Fahrermangel dazu fĂŒhren, dass die dann noch vorhandenen Fahrer mehr belastet wĂŒrden. Der Arbeitgeberverband zeigte sich zuletzt optimistisch, in der dritten Tarifrunde ein Gesamtpaket mit der Gewerkschaft vereinbaren zu können.

