Thema des Tages, Aktienfokus

AKTIEN IM FOKUS: Meta und Amazon treiben Nasdaq an - Apple enttÀuscht

02.02.2024 - 12:27:16

Mit Begeisterung aufgenommene GeschÀftszahlen von Amazon US0231351067 und Meta US30303M1027 könnten am Freitag der zuletzt ins Stocken geratenen Rekordrally der Nasdaq neuen Schwung verleihen.

Der Broker IG taxierte den Nasdaq 100 US6311011026 gegen Mittag auf 17 517 Punkte und damit rund ein Prozent ĂŒber seinem Vortagesschluss. FĂŒr die Papiere des Online-Riesen Amazon zeichnete sich im vorbörslichen US-Handel ein Plus von gut 6 Prozent ab, fĂŒr die Aktien der Facebook-Mutter Meta dĂŒrfte es sogar prozentual zweistellig nach oben gehen.

Der Nasdaq 100 hatte im Januar knapp ĂŒber 17 665 Punkten eine Bestmarke erreicht. Triste GeschĂ€ftszahlen etwa des Elektroautobauers Tesla US88160R1014 hatten die Stimmung der Anleger dann aber etwas gedĂ€mpft. Hinzu kamen mit GeschĂ€ftszahlen von Intel US4581401001 und AMD US0079031078 durchwachsene Signale aus der Chipbranche.

Und: Weder der Softwarekonzern Microsoft US5949181045, noch die Google-Mutter Alphabet US02079K3059 hatten vor wenigen Tagen die sehr hochgesteckten Erwartungen des Marktes in GĂ€nze erfĂŒllen können. Ungeachtet der fortdauernden Euphorie rund um das Thema KĂŒnstliche Intelligenz (KI) hatten Anleger daher erst einmal Kasse gemacht.

Anders Amazon und Meta, die am Donnerstag nach US-Börsenschluss ĂŒber ihre GeschĂ€ftsentwicklung berichtet hatten. Besonders Meta (Instagram, Whatsapp) glĂ€nzte in den Augen der Investoren. Das WerbegeschĂ€ft von Meta lĂ€uft weiter auf Hochtouren, nach einem Gewinnschub zahlt das Unternehmen erstmals eine Dividende. Dieser Schritt dĂŒrfte Anleger anlocken, die sich bisher nicht sonderlich fĂŒr das Papier interessiert hĂ€tten, erklĂ€rt Analyst Stephen Ju von der Schweizer Großbank UBS. Zudem könnte Meta 2024 zu einem der grĂ¶ĂŸten Marktanteilsgewinner im Werbemarkt werden.

Lob gibt es auch von Brent Thill, Analyst beim Investmenthaus Jefferies. Meta bleibe im digitalen Werbemarkt der herausragende Akteur. Thill und Ju trauen den Aktien denn auch eine weiterhin starke Kursentwicklung zu.

Im vorbörslichen US-Handel schnellte der Meta-Kurs um fast 17 Prozent auf 461,51 Dollar nach oben. Damit wĂŒrde sich der Konzern von der jĂŒngst erreichten Marke eines Börsenwertes von mehr als einer Billion Dollar weiter absetzen. Meta ist der sechste US-Techkonzern mit einer Bewertung in dieser Höhe - hinter Nvidia, Amazon, Alphabet, Apple US0378331005 und Microsoft.

Der Softwarekonzern (Windows, Office) aus Redmond im Bundesstaat Washington ĂŒberstrahlt dabei alle anderen mit einer Marktkapitalisierung von 3 Billionen Dollar. Dicht auf den Fersen ist hier nur der iPhone-Konzern Apple, dessen RĂŒckstand zum Wochenschluss allerdings etwas wachsen könnte.

Mit einem vorbörslichen Kursminus von 2,3 Prozent auf 182,50 Dollar zeichnet sich ein Rutsch des Apple-Börsenwertes auf gut 2,8 Billionen Dollar ab. Der Konzern ĂŒbertraf zwar dank der ungebrochenen Nachfrage nach seinem iPhone im Weihnachtsquartal die Umsatzerwartungen, allerdings bereitet das China-GeschĂ€ft einigen Investoren Sorge. Der Ausblick auf das neue GeschĂ€ftsquartal sei schwĂ€cher als gedacht, schrieb zudem Analyst Samik Chatterjee von der Bank JPMorgan in einer Studie. Neben dem tristen China-GeschĂ€ft habe der Konzern wohl vor allem mit Absatzgegenwind bei den Produkten abseits des iPhone zu ringen, also bei Mac-PCs, iPads sowie Apple Watch und AirPods.

Der Online-Riese Amazon ist derweil "zurĂŒck auf Erfolgskurs", sagte Marktanalyst Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets. "Die Geldmaschine druckt wieder." So erzielte das Unternehmen 2023 einen freien Finanzmittelzufluss von fast 37 Milliarden Dollar, ein Rekord, wie JPMorgan-Analyst Doug Anmuth konstatierte. Amazon habe im Schlussquartal in allen GeschĂ€ftsbereichen stark abgeschnitten.

Amazon steigerte Umsatz und Gewinn im Weihnachtsquartal dank seines HandelsgeschĂ€fts und der Cloud-Sparte AWS deutlich. Die Sparte AWS beschleunigte dabei ihr Wachstum zudem wieder etwas. Laut Experte Anmuth dĂŒrfte AWS in den kommenden Jahren stark vom Trend hin zu Generativer KI profitieren, da die Kunden bestrebt sein dĂŒrften, ihre KI-BemĂŒhungen mit bestehenden Daten zu koppeln.

Mit einem neuen Kursziel von 225 Dollar traut Anmuth den Aktien noch einiges zu. Im vorbörslichen US-Handel ging es um 6,2 Prozent auf 169,10 Dollar nach oben. Damit wĂŒrde der Börsenwert auf 1,76 Billionen Dollar klettern.

@ dpa.de | US02079K1079 THEMA DES TAGES