GrĂŒne fordern Transparenz im Maskenstreit
14.12.2025 - 09:59:43 | dpa.de"Entscheidend ist, ob sich aus Akten und VertrĂ€gen Pflichtverletzungen, Vetternwirtschaft oder massives Missmanagement nachweisen lassen - und wer politisch die Verantwortung trĂ€gt", sagte die Obfrau der GrĂŒnen in der Bundestagskommission, Paula Piechotta, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Im Zentrum der 12. Sitzung stehen die Beschaffung von Impfstoffen und medizinischen Materialien sowie die Versorgungssicherheit. Auch Spahn wird erwartet. Als frĂŒherem Bundesgesundheitsminister wird Spahn vorgeworfen, viel zu viele Masken zu viel zu hohen Preisen bestellt zu haben.
"Wenn Herr Spahn ĂŒberzeugt ist, dass alles korrekt war, sollte er vollstĂ€ndige Transparenz unterstĂŒtzen, statt auszuweichen", betonte Piechotta. Der CDU-Politiker hatte sein Vorgehen unter anderem mit der damaligen Notlage verteidigt: In dieser Mangellage hĂ€tten "sehr kurzfristig" Schutzmasken besorgt werden mĂŒssen, "wĂ€hrend die ganze Welt sie wollte", hatte er etwa gesagt.
"Ego-Shooter" Spahn
Die GrĂŒnen wollen die Bundesregierung derzeit mit einem riesigen Fragenkatalog zu umfassenden Antworten verpflichten. UnabhĂ€ngig davon, ob sich der damalige Gesundheitsminister persönlich bereichert habe, hĂ€tte "ein Ego-Shooter wie Spahn krisenwichtige Beschaffungen" nie an sich ziehen dĂŒrfen, kritisierte Piechotta.
Spahn habe "alles falsch gemacht, was man falsch machen kann". In seinem Ministerium seien VertrÀge falsch abgeschlossen und Milliardenklagen gegen den Steuerzahler ausgelöst worden. Ramsch statt QualitÀt und Logistik-Chaos hÀtten das Bild geprÀgt.
Zu klĂ€ren sei, ob "Spahns Netzwerke" innerhalb und auĂerhalb der CDU durch ihn profitiert hĂ€tten. "Das werden wir herausfinden", so die GrĂŒnen-Abgeordnete. FĂŒr das Vertrauen in die Politik mĂŒsse man den Menschen zeigen, "dass die SelbstreinigungskrĂ€fte der Demokratie funktionieren und jemand wie Jens Spahn auch Konsequenzen ziehen muss, wenn er Mist gebaut hat".
Bund drohen Zahlungen in Milliardenhöhe
Um in der Krise ausreichend Schutzmasken zu beschaffen, hatte das Gesundheitsministerium ein besonderes Verfahren angewendet, bei dem LiefervertrÀge ohne weitere Verhandlungen zu festen Preisen zustande kamen. Bei der Ausschreibung machten viel mehr Firmen mit als vom Ministerium angenommen. Weil das Ressort in vielen FÀllen die Bezahlung verweigerte und QualitÀtsmÀngel geltend machte, klagten Lieferanten.
Die Enquete-Kommission mit Abgeordneten und Experten soll die Pandemie und ihre Folgen aufarbeiten. Mitte 2027 soll das Gremium einen Bericht mit Erkenntnissen und Handlungsempfehlungen vorlegen./lfö/DP/zb
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