IPO: Mehr BörsengÀnge in Deutschland und Europa 2026 erwartet
10.12.2025 - 10:11:13Nach dem RĂŒckgang im zu Ende gehenden Jahr sei der Ausblick "vorsichtig optimistisch", sagt Martin Steinbach, Partner bei der WirtschaftsprĂŒfungs- und Beratungsgesellschaft EY. In Europa gebe es einen "signifikanten RĂŒckstau an Unternehmen, die auf das richtige Zeitfenster fĂŒr einen Börsengang warten".
Im Jahr 2025 zÀhlte EY weltweit 1.259 BörsengÀnge (Initial Public Offering/IPO) und damit etwas mehr als ein Jahr zuvor (1.240). Dabei spielten die Unternehmen 163,3 Milliarden Dollar (gut 140 Mrd Euro) ein und damit fast ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor (123,4 Mrd Dollar).
In Europa sank die Zahl der Erstnotizen binnen Jahresfrist um fast ein Viertel von 131 auf 100. "Nach einem guten Jahresstart bremsten die Unsicherheiten rund um VerÀnderungen in der US-Zollpolitik und geopolitische Spannungen die IPO-AktivitÀt", erklÀrt EY. Das zweite Halbjahr konnte dies nicht ausgleichen.
EY: Deutschland schöpft Potenzial nicht aus
Der deutsche Kapitalmarkt kam der Ăbersicht zufolge im laufenden Jahr auf sieben NeuzugĂ€nge - einer weniger als 2024. Immerhin: Drei der deutschen Börsenneulinge zĂ€hlen zu den fĂŒnf gröĂten europĂ€ischen BörsengĂ€ngen im laufenden Jahr: der Prothesenhersteller Ottobock DE000BCK2223, Deutschlands gröĂter Marineschiffbauer TKMS DE000TKMS001 und der Autozulieferer Aumovio DE000AUM0V10. Mit einem Emissionserlös von etwa 800 Millionen Euro war Ottobock der gröĂte Börsengang in Deutschland seit der ParfĂŒmeriekette Douglas 2024.
Allerdings sagten 2025 auch etliche deutsche Kandidaten ihre BörsenplÀne ab: der Arzneimittelhersteller Stada, das Medizintechnologieunternehmen Brainlab DE0005207906 und der AutoersatzteilhÀndler Autodoc.
FĂŒr 2026 sieht EY-Experte Steinbach in Deutschland Potenzial fĂŒr bis zu zehn BörsengĂ€nge. Auch weltweit sei die "Pipeline weiterhin gut gefĂŒllt".

