Deutschland und Frankreich starten Atom-Kooperation zur Abschreckung
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 15:52 Uhr, dpa.deZwei französische Rafale-Kampfjets, die mit Atomwaffen bestĂŒckt werden können, und zwei Eurofighter der Bundeswehr trainierten unmittelbar vor dem Deutschlandbesuch von Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron die Betankung in der Luft durch ein französisches Tankflugzeug, wie ein Sprecher der Luftwaffe der Deutschen-Presse-Agentur bestĂ€tigte.
Am Rande der Tagung des deutsch-französischen Verteidigungsrats soll es am Freitag auf dem Fliegerhorst Nörvenich bei Köln eine weitere Ăbung geben, bei der deutsche und französische Soldaten Wartungsarbeiten an den Flugzeugen des jeweils anderen Landes durchfĂŒhren.
Erste Teilnahme an französischem Nuklear-Manöver im Herbst
Damit beginnt die Umsetzung der Nuklear-Partnerschaft zwischen Deutschland und Frankreich, die Anfang MĂ€rz von Merz und Macron vereinbart worden war. Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen soll der Verteidigungsrat am Freitag als nĂ€chsten Schritt beschlieĂen, dass sich im Herbst erstmals deutsche Soldaten an einem französischen Nuklear-Manöver beteiligen.
Macron hatte europĂ€ischen Partnern bereits vor Jahren angeboten, unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs zu rĂŒcken. Neben GroĂbritannien ist es das einzige westeuropĂ€ische Land, das ĂŒber Atomwaffen verfĂŒgt. In Deutschland sind derzeit US-Atombomben als Teil der nuklearen Abschreckung der Nato stationiert, fĂŒr deren Einsatz im Ernstfall die Bundeswehr Kampfjets bereitstellt. Die Kooperation mit Frankreich soll die Nato-Abschreckung ergĂ€nzen und stĂ€rken.
Neun LĂ€nder wollen mit Frankreich kooperieren
Auch mit der Atommacht GroĂbritannien hat Frankreich eine nukleare Zusammenarbeit vereinbart. Sieben weitere LĂ€nder haben positiv auf das französische Angebot reagiert: Polen, die Niederlande, Belgien, Griechenland, Schweden, DĂ€nemark und Norwegen.
