Wie die Grundrente bei den Betroffenen wirkt
09.02.2026 - 06:50:03Das zeigt eine Untersuchung der UniversitĂ€t Regensburg fĂŒr die Bundesregierung. Der Bericht liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Die Studie zeige, dass die Grundrente "zielgerichtet" bei den Menschen ankomme, sagte Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD) der dpa.
Die Grundrente ist ein Zuschlag zur normalen gesetzlichen Rente fĂŒr Menschen, die trotz langjĂ€hriger Beitragszahlungen nur geringe RentenansprĂŒche haben. Die Untersuchung betrachtet das Jahr 2023. 1,27 Millionen Menschen bekamen damals Grundrente. MĂ€nnern in den neuen LĂ€ndern wurden im Schnitt 67 Euro Grundrente ausgezahlt, in den alten LĂ€ndern bekamen sie 95 Euro. Bei Frauen mit Grundrente betrug der Zuschlag im Osten im Schnitt 86 Euro, im Westen 103 Euro.
Vor allem Frauen bekommen Grundrente
Insgesamt haben den Angaben zufolge 12,3 Prozent der Altersrentnerinnen und -rentner grundsÀtzlich Anspruch auf eine Grundrente - aber nur 6,21 Prozent erhalten den Zuschlag, denn davor steht die Einkommensanrechnung.
Mehr als vier von fĂŒnf der Grundrentenberechtigten sind Frauen, wobei besonders Frauen in den neuen LĂ€ndern von niedrigen Renten betroffen sind. Vor allem bei den jĂŒngeren JahrgĂ€ngen machen sich hier brĂŒchigere Erwerbsbiografien und Arbeitslosigkeit der Nachwendezeit bemerkbar.
Im Schnitt haben Frauen unter sonst gleichen Bedingungen eine 13 Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit, grundrentenberechtigt zu sein, haben die Autorinnen und Autoren errechnet. Sie stellen fest: Nach wie vor ĂŒbernĂ€hmen Frauen einen ĂŒberproportionalen Anteil der Kindererziehung.
FĂŒr die Grundrente ist das positiv, denn Kindererziehungszeiten werden berĂŒcksichtigt: "Fast jede fĂŒnfte Altersrentnerin erfĂŒllt die Voraussetzungen, wĂ€hrend dies nur bei einem geringen Teil der MĂ€nner der Fall ist." Kindererziehungszeiten trĂŒgen bei MĂŒttern mit mehreren Kindern beinahe so stark zur Berechtigung auf Grundrente bei wie BeschĂ€ftigungszeiten.
In den neuen BundeslÀndern sind Altersrentenbezieher hÀufiger grundrentenberechtigt, wobei dies vor allem auf MÀnner zutrifft. Bei Frauen hingegen ist der Unterschied geringer. In den alten LÀndern fÀllt die Grundrente im Schnitt höher aus.
Wie die Einkommensanrechnung wirkt
Nur 50,5 Prozent der Menschen, die die Anspruchsvoraussetzungen fĂŒr die Grundrente erfĂŒllen, bekommen den Zuschlag tatsĂ€chlich. In den ĂŒbrigen FĂ€llen wird Ankommen angerechnet - vor allem bei Frauen. Das sind einerseits das zu versteuernde Einkommen, der steuerfreie Teil der Renten und versteuerte EinkĂŒnfte aus Kapitalvermögen.
HĂ€ufig fĂŒhrt aber auch die Anrechnung des Partnereinkommens dazu, dass jemand keine Grundrente bekommt - eine Regelung, die vergangenes Jahr höchstrichterlich bestĂ€tigt wurde. Der Bericht zeigt: Wenn die Einkommensanrechnung zu Buche schlĂ€gt, ist das nur in 5 bis 11 Prozent der FĂ€lle so, dass der Zuschlag kleiner wird. Sonst fĂ€llt er ganz aus.
So erhalten unterm Strich nur 46,6 Prozent der grundrentenberechtigten Frauen tatsĂ€chlich einen Zuschlag, aber 70,9 Prozent der MĂ€nner. Etwas kleiner ist die Wahrscheinlichkeit des Grundrentenbezugs fĂŒr Menschen mit einem bis drei Kindern. Bei vier oder mehr Kindern steigt die Wahrscheinlichkeit leicht. Bei Personen mit einer niedrigeren Kinderanzahl - meinen die Autoren - gibt es wohl hĂ€ufiger höhere Einkommen als bei Kinderlosen und besonders Kinderreichen.
Anspruch auf den Grundrentenzuschlag hat man nach mindestens 33 Jahre mit PflichtbeitrÀgen etwa aus BeschÀftigung oder Kindererziehung und geringen Anwartschaften. Dann folgt die Einkommensanrechnung, wobei es FreibetrÀge gibt.
Bas: "Menschen, die hart gearbeitet haben"
Bas betonte: "Die Grundrente wĂŒrdigt die Lebensleistung von hart arbeitenden Menschen in diesem Land und ist ein Erfolg." Wer jahrzehntelang mit unterdurchschnittlichem Verdienst gearbeitet und in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt habe, erhalte so eine höhere Rente. "Gerade Frauen profitieren von dem Zuschlag zu ihrer Rente."
Angesichts der Reformversprechen der Regierung bei der Rente versicherte Bas: "Wir werden in der Alterssicherung gezielt Menschen in den Blick nehmen, die hart gearbeitet haben." Arbeit und Lebensleistung mĂŒssten einen Unterschied machen. Bis Mitte des Jahres sind Empfehlungen einer Regierungskommission zur Rente angekĂŒndigt.
Dabei gibt es Forderungen, die Grundrente zu erhöhen. So hatte Verdi-Chef Frank Werneke die Grundrente angesichts stark gestiegener Lebenshaltungskosten als "viel zu wenig" kritisiert.

