Ergebnisse, Produktion/Absatz

Alphabet enttĂ€uscht trotz WachstumsstĂ€rke - Milliarden fĂŒr KI

05.02.2025 - 12:05:51 | dpa.de

MOUNTAIN VIEW - Der Google US02079K1079-Konzern Alphabet US02079K3059 kann mit den sehr hohen Erwartungen vieler Anleger und Analysten nicht ganz Schritt halten.

(neu: Analysten von Goldman Sachs, JPMorgan und RBC Capital sowie Kurs.)

MOUNTAIN VIEW (dpa-AFX) - Der Google US02079K1079-Konzern Alphabet US02079K3059 kann mit den sehr hohen Erwartungen vieler Anleger und Analysten nicht ganz Schritt halten. Googles Cloud-GeschÀft brachte im Schlussviertel 2024 trotz eines Umsatzanstiegs von 30 Prozent auf fast 12 Milliarden US-Dollar etwas weniger ein als Analysten erwartet hatten. Im Fokus steht der Konkurrenzdruck auch durch den wachsenden KI-Einsatz von Wettbewerbern. Gleichzeitig steckt der Konzern weiter viel Geld in den Ausbau eigener KI-FÀhigkeiten. Die Aktie geriet unter Druck.

Auch der Konzernumsatz verfehlte in den letzten drei Monaten des Jahres mit einem Plus von zwölf Prozent im Jahresvergleich auf rund 96,5 Milliarden Dollar die Markterwartungen. Der Gewinn stieg unterdessen um gut 28 Prozent auf 26,5 Milliarden Dollar.

Der Kurs der A-Aktien von Alphabet US02079K3059 fiel am Mittwoch im vorbörslichen US-Handel um 7,6 Prozent auf 190,64 Dollar, nachdem die Papiere am Vortag im HauptgeschÀft noch ein Rekordhoch von gut 207 Dollar erreicht hatten.

Mit dem fĂŒr Mittwoch erwarteten KursrĂŒckschlag wĂŒrde sich der RĂŒckstand von Alphabet auf Amazon beim Börsenwert wieder etwas vergrĂ¶ĂŸern. Per Dienstagsschluss war die Marktkapitalisierung von Alphabet bis auf 2,53 Billionen Dollar gestiegen, die von Amazon lag bei 2,55 Billionen Dollar. Damit belegen die beiden Konzerne die PlĂ€tze vier und fĂŒnf in Sachen wertvollster Konzern hinter dem iPhone-Hersteller Apple (3,5), dem Software-Riesen Microsoft (3,07) sowie dem KI-Chipspezialisten Nvidia (2,91).

Analyst Eric Sheridan von der US-Investmentbank Goldman Sachs sprach in einer ersten Reaktion allerdings von soliden Quartalszahlen, die von einer starken KI-Nachfrage profitiert hÀtten. Das untermauere die Notwendigkeit weiterhin hoher Investitionen ins GeschÀft.

Das WerbegeschĂ€ft von Google erwirtschaftet nach wie vor den Großteil der Alphabet-Erlöse. Es wuchs um 10,6 Prozent auf 72,5 Milliarden Dollar. Die Videoplattform Youtube brachte knapp 10,5 Milliarden davon ein - rund 14 Prozent mehr als vor einem Jahr. Ein Wachstumstreiber war Google zufolge die Ausgaben fĂŒr Werbung zur US-PrĂ€sidentenwahl im November. Am Wahltag selbst hĂ€tten 45 Millionen Nutzer in den USA Videos dazu bei Youtube geschaut.

Die Entwicklung von Googles WerbegeschĂ€ft wird sehr genau beobachtet. Eine zentrale Frage ist, ob Versuche von Konkurrenten, mit Hilfe KĂŒnstlicher Intelligenz direkte Antworten statt Links anzuzeigen, eine Spur bei Googles Suchmaschine hinterlassen.

Google versucht in dieser Situation, die eigenen Suchergebnisse mit KĂŒnstlicher Intelligenz aufzubereiten, ohne das angestammte GeschĂ€ftsmodell zu torpedieren. Denn Anzeigen im Umfeld der Websuche spielen eine zentrale Rolle fĂŒr den Konzern. Google greift vor allem zu KI-Zusammenfassungen von Suchergebnissen, die Fragen von Nutzern beantworten sollen. Mit dieser Funktion werde die Websuche mehr genutzt, sagte Google-Chef Sundar Pichai.

Im laufenden Jahr will Alphabet rund 75 Milliarden Dollar in den Ausbau der Infrastruktur investieren. Ein großer Teil davon dĂŒrfte in Rechenzentren fĂŒr Software mit KI ausgegeben werden. Das Volumen liegt laut Analyst Brad Erickson von der kanadischen Bank RBC deutlich ĂŒber der durchschnittlichen Markterwartung von knapp 59 Milliarden Dollar. FĂŒr ihn ist das der wesentliche Grund der vorbörslichen KursschwĂ€che. Womöglich mĂŒssten die Markterwartungen fĂŒr den Barmittelzufluss nun sinken.

Bei den sogenannten "anderen Wetten" - Zukunftsprojekten wie selbstfahrenden Autos oder Lieferdrohnen - sank der Quartalsumsatz aller Firmen binnen eines Jahres von 657 auf 400 Millionen Dollar. Der operative Verlust des Bereichs wuchs unterdessen auf 1,17 Milliarden Dollar von rund 863 Millionen vor einem Jahr an.

Dass die Alphabet-Aktien infolge der Resultate und InvestitionsplĂ€ne im Gegensatz zu denen der Facebook-Mutter Meta, die ebenfalls viel Geld in die Hand nimmt, unter Druck gerieten, erklĂ€rt Analyst Doug Anmuth von der Bank JPMorgan mit Sorgen ĂŒber das Wachstum der Google-Suchmaschine. Allerdings lege diese trotz des Konkurrenzdrucks weiter solide zu, so der Experte.

UnabhĂ€ngig von den Quartalszahlen verabschiedete sich Google von dem Versprechen, keine KI fĂŒr Waffen zu entwickeln. Der Internet-Riese aktualisierte die GrundsĂ€tze fĂŒr seine KI-AktivitĂ€ten. In der neuen Version ist die 2018 abgegebene Selbstverpflichtung nicht mehr enthalten.

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