Materials, Aktie

MP Materials Aktie: Zwischen Rekord und Rotstift

04.04.2026 - 06:33:55 | boerse-global.de

Der Seltenerden-Produzent MP Materials meldet Rekordzahlen bei der Produktion, verzeichnet jedoch wachsende Verluste. WĂ€hrend Analysten die Aktie als Kauf empfehlen, verkaufen Insider Anteile im Wert von Millionen.

MP Materials Aktie: Zwischen Rekord und Rotstift - Bild: ĂŒber boerse-global.de
MP Materials Aktie: Zwischen Rekord und Rotstift - Bild: ĂŒber boerse-global.de

MP Materials steht an einem ungewöhnlichen Punkt: Rekordproduktion, Pentagon-RĂŒckendeckung, Analystenbegeisterung — und trotzdem notiert die Aktie bei rund 49 Dollar, etwa auf halbem Weg zwischen Jahrestief und dem 52-Wochen-Hoch von 100,25 Dollar. Was steckt hinter diesem Widerspruch?

Insider verkaufen, Analysten kaufen

Das Bild ist tatsĂ€chlich gespalten. Alle sechs Analysten, die die Aktie abdecken, empfehlen sie als Kauf oder starken Kauf — mit einem durchschnittlichen Kursziel von 78,91 Dollar. Gleichzeitig haben Insider in den vergangenen 90 Tagen Aktien im Wert von rund 22 Millionen Dollar verĂ€ußert. CEO Litinsky trennte sich im Januar von etwa 272.600 Aktien, CFO Corbett verkaufte Mitte MĂ€rz rund 46.000 StĂŒck zu je 60 Dollar.

Die Transaktionen erfolgten ĂŒber vorab vereinbarte 10b5-1-PlĂ€ne und sind rechtlich einwandfrei. Dennoch hinterlassen sie bei Anlegern Fragen, die sich nicht vollstĂ€ndig beiseitelegen lassen.

Bewertung und GeschÀftszahlen im Widerspruch

Die Bewertung ist ein weiterer Knackpunkt. MP Materials kommt auf ein Kurs-Umsatz-VerhĂ€ltnis von 32,1 — verglichen mit 2,8 fĂŒr die US-Bergbaubranche und 0,9 fĂŒr die engere Vergleichsgruppe. Das lĂ€sst sich nur rechtfertigen, wenn man die Aktie weniger als Bergbautitel und mehr als Wette auf amerikanische Industriepolitik begreift.

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Und tatsÀchlich ist das strategische Fundament bemerkenswert: Das US-Verteidigungsministerium hÀlt 15 Prozent an der Magnetics-Sparte, hat einen Zehnjahres-Abnahmevertrag abgeschlossen und garantiert einen Mindestpreis von 110 Dollar pro Kilogramm NdPr-Oxid. Dazu kommen VertrÀge mit Apple und General Motors.

Das operative Bild fĂŒr 2025 ist allerdings zweigespalten. Die Produktion von NdPr-Oxid verdoppelte sich auf einen Rekordwert von 2.599 Tonnen, der Umsatz wuchs um 10 Prozent auf 224,4 Millionen Dollar. Gleichzeitig weitete sich der Nettoverlust um 31 Prozent auf 85,9 Millionen Dollar aus, und der freie Cashflow lag bei minus 328,1 Millionen Dollar. Der Stopp aller SeltenerdeverkĂ€ufe nach China im Juli 2025 drĂŒckte den Segmentumsatz im jĂŒngsten Quartal um 42 Prozent auf 35,6 Millionen Dollar.

Was am 7. Mai auf dem Spiel steht

Analysten prognostizieren fĂŒr 2026 einen Umsatz von rund 508 Millionen Dollar — mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr — und erwarten bis 2028 die Milliarden-Marke. Treiber dafĂŒr soll die neue „10X Facility" in Northlake, Texas sein: eine 1,25-Milliarden-Dollar-Anlage, die jĂ€hrlich 10.000 Tonnen NdFeB-Magnete produzieren soll.

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Beim Earnings Call am 7. Mai 2026 nach Börsenschluss werden Analysten vor allem zwei Dinge im Blick haben: den genauen Zeitplan fĂŒr das Texas-Projekt und die Finanzierung der Investitionsausgaben. Der Konsens fĂŒr den Quartalsgewinn liegt bei 0,01 Dollar je Aktie — ein dĂŒnner Puffer fĂŒr ein Unternehmen, das gerade eine teure Transformation durchlĂ€uft.

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