Siemens setzt Wachstum fort - Prognose bestÀtigt - Aktie legt zu
07.08.2025 - 12:49:22(neu: Aktienkurs, Analysten)
MĂNCHEN (dpa-AFX) - Der Technologiekonzern Siemens DE0007236101 zeigt sich trotz Zoll-Unsicherheiten robust und ist im dritten GeschĂ€ftsquartal (per Ende Juni) weiter gewachsen. DafĂŒr verantwortlich waren gute GeschĂ€fte in der Zugsparte Mobility, in der intelligenten Infrastruktur sowie bei der Medizintechniktochter Siemens Healthineers DE000SHL1006. Auch die AuftragseingĂ€nge kletterten deutlich, dank mehrerer GroĂauftrĂ€ge bei Mobility. Die Erholung im AutomatisierungsgeschĂ€ft verlĂ€uft jedoch weniger dynamisch als erhofft. Die Prognose wurde bestĂ€tigt.
Investoren reagierten zunĂ€chst verhalten. Doch nach anfĂ€nglichen Kursverlusten drehte die Aktie am Donnerstag krĂ€ftig ins Plus. Um mehr als vier Prozent ging es mit den Papieren gegen Mittag aufwĂ€rts. Sie gehörten damit zu den gröĂten Gewinnern im Leitindex Dax DE0008469008. Phil Buller von der Bank JPMorgan wies auf die gute Entwicklung der Zugsparte hin. So habe der Auftragseingang dort mit knapp 8 Milliarden Euro um 86 Prozent ĂŒber der KonsensschĂ€tzung gelegen. Der Umsatzanstieg in dem Segment habe die Markterwartung ebenfalls ĂŒbertroffen.
Positiv wertete Nicholas Green vom Investmenthaus Bernstein die BestÀtigung der Jahresprognose trotz der konjunkturellen Unsicherheiten. Auch habe die Nachfrage nach Automatisierungstechnik in China wieder Fuà gefasst, mit einem Auftragsplus von fast einem Drittel. Das könne auf ein Ende des Abbaus von LagerbestÀnden in dem Land hindeuten. Stephan Bauer vom Bankhaus Metzler monierte dagegen unter anderem die Entwicklung bei der Sparte Digital Industries.
"Mit unserer Leistung im dritten Quartal beweisen wir, dass Siemens trotz eines volatilen globalen Markts robuste Ergebnisse liefert", erklĂ€rte Konzernchef Roland Busch am Donnerstag bei der Veröffentlichung der Zahlen. Dennoch spĂŒrt auch Siemens eine Verunsicherung der Kunden durch die Zölle, insbesondere in der Automobilbranche und im Maschinenbau. So wĂŒrden sich dort Verkaufs- und Investitionszyklen verlĂ€ngern, sagte Busch in einer Telefonkonferenz.
Dies bremst seinen Aussagen nach die Erholung im schwÀchelnden AutomatisierungsgeschÀft. "Die Erholung der Auftragslage war jedoch weniger dynamisch als erwartet", konstatierte er - trotz zweistelliger Zuwachsraten in dem Bereich. Siemens reagiert wie bereits bekannt mit KapazitÀtsanpassungen und einem Stellenabbau. Vor allem das GeschÀft in Deutschland lÀuft mau, im Gegensatz zu China und den USA.
Insgesamt stiegen die AuftragseingĂ€nge im Quartal getrieben von der Zugsparte um ein Viertel auf 24,7 Milliarden Euro. Die Erlöse legten um drei Prozent auf knapp 19,4 Milliarden Euro zu. Auf vergleichbarer Basis - ohne WĂ€hrungs- und Portfolioeffekte - wuchsen sie um fĂŒnf Prozent. Bei Digital Industries gingen die Erlöse hingegen weiter zurĂŒck, was dieses Quartal vor allem auf das SoftwaregeschĂ€ft zurĂŒckzufĂŒhren ist, wie Siemens berichtete. Dagegen stiegen die UmsĂ€tze im AutomatisierungsgeschĂ€ft erstmals seit dem vierten Quartal, wobei China der Treiber war.
Das Ergebnis des industriellen GeschĂ€fts, welches die operative Entwicklung misst, sank hingegen um sieben Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Verantwortlich waren den Angaben zufolge Kosten fĂŒr die Restrukturierung in der Automatisierung. Zudem hatte das SoftwaregeschĂ€ft im Vorjahresquartal erheblich von VertrĂ€gen mit lizenzierter Software profitiert. Analysten hatten jedoch mit dem RĂŒckgang gerechnet. Nach Steuern stieg der Gewinn um gut fĂŒnf Prozent auf gut 2,2 Milliarden Euro, wobei Siemens von dem Verkauf eines Teils der Flughafenlogistik profitierte.
Die Prognose fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2024/25 bekrĂ€ftigte der Konzern und erwartet weiter ein vergleichbares Umsatzwachstum von drei bis sieben Prozent. FĂŒr Digital Industries rechnet Siemens einen RĂŒckgang und geht vom Erreichen der unteren HĂ€lfte der Spanne von minus sechs bis plus einem Prozent aus. Auch bei der Margenprognose steht nun eher die untere HĂ€lfte der Prognosespanne auf dem Zettel.
Das Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten soll weiter 10,40 Euro bis 11,00 Euro betragen. Darin nicht enthalten sind Effekte im Zusammenhang mit den ZukĂ€ufen der beiden US-Softwareunternehmen Altair und Dotmatics sowie aus dem Verkauf des AntriebsgeschĂ€fts Innomotics. Die beiden milliardenschweren Neuerwerbungen dĂŒrften das Ergebnis je Aktie mit 40 bis 45 Cent belasten, sagte Finanzvorstand Ralf Thomas in der Telefonkonferenz. Im dritten Quartal schlugen sie mit 15 Cent je Aktie negativ zu Buche.

