Allianz erhöht Gewinn krÀftig - Mehr Dividende
23.02.2024 - 14:24:34 | dpa.de(neu: Aussagen aus der Telefonkonferenz, Analysten, Kurs aktualisiert)
MĂNCHEN (dpa-AFX) - Deutschlands gröĂter Versicherungskonzern Allianz DE0008404005 meldet trotz schwacher Konjunktur in vielen Teilen der Welt Rekordgewinne. Das operative Ergebnis stieg im vergangenen Jahr um 6,7 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro, wie der MĂŒnchner Dax DE0008469008-Konzern am Freitag mitteilte. Eine maĂgebliche Rolle dabei spielten Preiserhöhungen, mit denen die Allianz die Kosten der Inflation an die Kundschaft weitergab. Der auf die AktionĂ€re entfallende Gewinn legte sogar um ein Drittel auf 8,5 Milliarden Euro zu. Dementsprechend will die Allianz ihre diesjĂ€hrige AusschĂŒttung um 21 Prozent auf 13,80 Euro Dividende je Aktie erhöhen.
Vorstandschef Oliver BĂ€te sprach von einem "sehr, sehr erfolgreichen Jahr" und sagte, der Konzern habe die mit Abstand stĂ€rkste Marke der Branche. Die Entwicklung des Börsenkurses ist eine der PrioritĂ€ten des Vorstands. BĂ€te hatte neben der Dividendenerhöhung eine zweite Botschaft, die den Finanzmarkt erfreuen sollte: KĂŒnftig will der Konzern, der weltweit gut 150 000 Menschen beschĂ€ftigt, regelmĂ€Ăig 60 Prozent seines Gewinns ausschĂŒtten - statt wie bisher die HĂ€lfte.
Die Börse reagierte dennoch enttĂ€uscht: Bis zur Mittagszeit gab die Allianz-Aktie in Frankfurt um 2,7 Prozent nach, obwohl der Dax insgesamt zulegte. In den vergangenen zwölf Monaten waren die Allianz-Papiere jedoch krĂ€ftig gestiegen. Am Markt war daher von Gewinnmitnahmen die Rede. Ăber 250 Euro war der Allianz-Kurs zuletzt auf einem Hoch seit mehr als 20 Jahren angekommen.
Analyst Hadley Cohen von der Deutschen Bank bezeichnete die Ergebnisse als "gemischt". Das Jahresergebnis des Versicherers sei insgesamt solide und unspektakulĂ€r gewesen, notierte hingegen DZ-Bank-Analyst Thorsten Wenzel. Von der höheren AusschĂŒttungsquote zeigte sich der Experte zwar ĂŒberrascht, diese entspreche aber auch dem Sektortrend und gehe mit einem etwas niedrigeren AktienrĂŒckkaufvolumen einher.
Die Prognose fĂŒr dieses Jahr fĂ€llt eher vorsichtig aus: BĂ€te und die neue FinanzvorstĂ€ndin Claire-Marie Coste-Lepoutre stellten 14,8 Milliarden Euro operativen Gewinn in Aussicht, mit der ĂŒblichen Spanne von plus/minus einer Milliarde. Der Mittelwert wĂ€re zwar kaum mehr als im vergangenen Jahr, der Vorstand peilt jedoch die obere HĂ€lfte an: "Das lĂ€sst viel Spielraum fĂŒr ĂbererfĂŒllung", sagte Coste-Lepoutre.
BĂ€te betonte, dass alle "drei Zylinder" des Allianz-GeschĂ€fts gut gelaufen seien: die Schaden- und Unfallversicherung, Lebens- und private Krankenversicherung sowie die Vermögensverwaltung. Die Schaden- und Unfallsparte steigerte ihr Ergebnis um vergleichsweise bescheidene 1,6 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Das lag neben gestiegenen SchĂ€den fĂŒr Naturkatastrophen auch an der Inflation, die die Reparaturkosten fĂŒr Autos und GebĂ€ude in neue Höhen trieb.
Vor allem die Kfz-Versicherung ist fĂŒr viele Versicherer derzeit eher Ărgernis als Freude: "In der Autoversicherung hatten wir absurde Preiserhöhungen bei Ersatzteilen und Reparaturkosten. Wir haben einige WerkstĂ€tten, die 300 Euro pro Stunde fĂŒr die Reparatur eines Elektroautos verlangen", klagte BĂ€te. "Das ist es, was wirklich die Preise treibt, nicht die Profite der Versicherer." In vielen europĂ€ischen MĂ€rkten mache die Kfz-Versicherung Verluste.
MaĂgeblich zurĂŒckzufĂŒhren war das Rekordergebnis auf die Leben/Gesundheit-Sparte, die allein ihr operatives Ergebnis von 4,2 Milliarden auf 5,2 Milliarden Euro steigern konnte. Abgesehen vom VersicherungsgeschĂ€ft zĂ€hlt die Allianz auch zu den international groĂen Vermögensverwaltern: Ende 2023 hatte der Konzern insgesamt 2,2 Billionen Euro fremder und eigener Gelder angelegt. Das war zwar etwas mehr als ein Jahr zuvor, doch der operative Gewinn ging von 3,2 Milliarden auf 3,1 Milliarden zurĂŒck. Ursache waren Wechselkurseffekte. Der schwĂ€chere Dollar trĂŒbte auch die Finanzanlageergebnisse anderer Konzerne.
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