Ergebnisse, Produktion/Absatz

VW-Lkw-Holding Traton setzt nach Auftragsplus aufs zweite Halbjahr

28.04.2025 - 11:53:20

MÜNCHEN - Die VW-Nutzfahrzeugholding DE0007664039 Traton DE000TRAT0N7 geht nach einem schwachen Jahresauftakt von einer Besserung in der zweiten JahreshĂ€lfte aus.

(neu: Kurs aktualisiert, Aussagen aus Call.)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die VW-Nutzfahrzeugholding DE0007664039 Traton DE000TRAT0N7 geht nach einem schwachen Jahresauftakt von einer Besserung in der zweiten JahreshĂ€lfte aus. Der Auftragseingang sei in den ersten drei Monaten im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 74.300 Fahrzeuge gestiegen, teilte das Unternehmen am Montag in MĂŒnchen mit. Die Jahresprognose bestĂ€tigte Vorstandschef Christian Levin: "Trotz erheblicher Unsicherheit stimmt mich der Blick nach vorn verhalten zuversichtlich". Die Aktie legte an der MDax DE0008467416-Spitze zu. Die Zollsorgen um das GeschĂ€ft in Nordamerika konnte sie aber nicht gĂ€nzlich abschĂŒtteln.

Das Papier gewann zuletzt 3,5 Prozent auf 28,94 Euro und erholte sich damit weiter von den schwachen Vorwochen. Noch Anfang MĂ€rz war die Aktie auf ein Rekordhoch bei 38,45 Euro gestiegen, dann sorgte die Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump fĂŒr Gegenwind und fallende Kurse. Vor knapp drei Wochen ernĂŒchterte der Konzern die Anleger dann mit schwachen Eckdaten zum Quartal. Teils war die Aktie zwischenzeitlich nur noch wenig mehr wert als 25 Euro.

Die Bestellungen blieben der Lichtblick im Zahlenwerk, schrieb Analyst Michael Aspinall von der US-Investmentbank Jefferies. Zum ersten Mal seit dem dritten Quartal 2022 hĂ€tten die AuftrĂ€ge wieder ĂŒber den VerkĂ€ufen gelegen. Der Experte verwies zudem auf ein Auftragsplus von 57 Prozent in Deutschland. Aus Sicht von JPMorgan-Experte Akshat Kacker blieb auch das Dienstleistungs- und WartungsgeschĂ€ft stark.

VorlĂ€ufige Zahlen zum operativen Ergebnis vor Sonderposten hatte Traton bereits vorgelegt. Es war auch wegen des schlechten Wirtschaftsumfelds in Europa und einer KundenzurĂŒckhaltung in Nordamerika von 1,11 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 646 Millionen Euro abgerutscht. Der Umsatz fiel um 10 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro. Der Absatz war wie bereits bekannt ebenfalls um 10 Prozent zurĂŒckgegangen. Der Nettogewinn sank um 38 Prozent auf 466 Millionen Euro.

Die US-Tochter International (ehemals Navistar) erlitt einen starken AbsatzrĂŒckgang wegen zurĂŒckhaltender KĂ€ufer. Angesichts der US-Zölle vor allem gegen China tun sich Spediteure in den USA derzeit schwer mit KĂ€ufen, weil das Transportvolumen aus den HĂ€fen des Landes sinken könnte. Finanzchef Michael Jackstein sprach in einer Telefonkonferenz von einer schlechten Stimmung bei den Kunden in den USA, das Umfeld sei sehr unsicher.

Die eigenen Traton-Finanzziele stehen denn auch weiter unter dem Vorbehalt der Auswirkungen des Handelskonflikts, die laut Unternehmen nicht sicher abgeschĂ€tzt werden können. Traton will beim Umsatz nach wie vor in einem Korridor von minus bis plus 5 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreswert von 47,5 Milliarden Euro landen. Die bereinigte operative Marge dĂŒrfte demnach von 9,2 Prozent im Vorjahr auf 7,5 bis 8,5 Prozent fallen.

Bei der lukrativsten Traton-Marke Scania schlug zum Jahresstart ebenfalls eine KaufzurĂŒckhaltung zu Buche, zudem belasteten Wechselkurseffekte stĂ€rker. Die deutsche Marke MAN konnte das schwache Wirtschaftsumfeld in Europa nicht gĂ€nzlich durch gesunkene Fixkosten kompensieren. Lediglich die sĂŒdamerikanische Traton-Tochter VW Truck & Bus konnte zulegen, weil es im wichtigen Transportland Brasilien besser lief.

@ dpa.de | DE0007664039 ERGEBNISSE