München, Gewerbe-SoBoN

München führt Gewerbe-SoBoN gegen Verdrängung ein

11.02.2026 - 14:31:11

München überträgt sein bewährtes SoBoN-Modell vom Wohnungsbau auf Gewerbeflächen, um kleine Betriebe zu schützen und die Branchenvielfalt zu erhalten.

München überträgt sein erfolgreiches Wohnungsbau-Modell auf Gewerbeimmobilien. Die Stadtverwaltung soll jetzt eine „Gewerbe-SoBoN“ entwickeln, um kleine Läden und Handwerksbetriebe vor der Verdrängung zu schützen. Damit reagiert die Kommune auf explodierende Mieten, die die typische Münchner Branchenvielfalt bedrohen.

Vom Wohnen zum Gewerbe: Ein bewährtes Prinzip wandert

Seit 1994 sorgt die Sozialgerechte Bodennutzung (SoBoN) im Wohnungsbau dafür, dass Investoren sich an Infrastrukturkosten beteiligen und geförderten Wohnraum schaffen. Dieses Instrument wird nun erstmals konsequent auf Gewerbeflächen ausgeweitet.

Der neue Auftrag verpflichtet die Verwaltung, Richtlinien für verbindliche Vereinbarungen mit Bauherren zu erarbeiten. Künftig soll bei neuem Gewerbebaurecht nicht nur Platz für renditestarke Büros entstehen, sondern auch für das lokale Handwerk und produzierendes Gewerbe. Sogar die Schaffung von Werkswohnungen könnte bei der Vergabe städtischer Flächen ein Pluspunkt werden.

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Warum die Stadt jetzt handelt

Hinter der Initiative steckt die Sorge vor einer Monostruktur. In den letzten Jahren konnten sich vor allem finanzstarke Konzerne und Forschungsabteilungen in der Innenstadt ansiedeln. Bäckereien, Schreinereien oder Kulturwerkstätten wurden dagegen oft an den Rand gedrängt oder mussten schließen.

Die Gewerbe-SoBoN soll diese „gewerbliche Gentrifizierung“ stoppen. Das Ziel ist ein widerstandsfähiges und innovatives Ökosystem aus großen und kleinen Unternehmen. Langfristig will München so die Versorgung mit lokalen Dienstleistungen sichern und seine lebendige Stadtstruktur erhalten.

Lernen vom Wohnungsbau: Das flexible „Baukastenmodell“

Die Erfahrungen mit der Wohnbau-SoBoN liefern die Blaupause. Das Instrument hat zehntausende geförderte Wohnungen sowie Kitas und Schulen ermöglicht. Seit einer Novelle 2021 funktioniert es als flexibles Punktesystem – ein „Baukastenmodell“.

Entwickler können seither aus verschiedenen Bausteinen wählen, um eine Mindestpunktzahl zu erreichen, etwa durch preisgedämpfte Mieten oder lange Sozialbindungen. Ein ähnlicher, auf Gewerbe zugeschnittener Ansatz ist nun geplant. So ließe sich auf die Bedürfnisse einzelner Projekte eingehen, ohne die stadtplanerischen Ziele aus den Augen zu verlieren.

Ein klares Signal an den Immobilienmarkt

Die Ankündigung ist ein politisches Statement in einem angespannten Markt. Während die Stadt die soziale Vielfalt betont, dürften Immobilienverbände vor zusätzlichen Belastungen und gebremsten Investitionen warnen. Ähnliche Debatten gab es bereits bei der Verschärfung der Wohnbau-SoBoN.

München positioniert sich mit dem Schritt als Vorreiter gegen die Verdrängung von Gewerbe – ein Problem vieler europäischer Metropolen. Die Maßnahme ist Teil einer Reihe von Regulierungen, die die Stadtentwicklung stärker steuern wollen.

Was kommt als Nächstes?

Mit dem Beschluss beginnt nun der Ausarbeitungsprozess. Die Verwaltung wird in den kommenden Monaten konkrete Vorschläge erarbeiten, vermutlich im Austausch mit Wirtschaft, Immobilienbranche und Handwerkskammern.

Anschließend muss der Stadtrat über die finalen Richtlinien abstimmen. Ein genauer Zeitplan steht noch nicht, doch die politische Entschlossenheit ist da. Die Gewerbe-SoBoN könnte die Spielregeln für Gewerbeprojekte in München dauerhaft verändern – und zum Vorbild für andere Großstädte werden.

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