Multitasking, Karrierebremse

Multitasking entpuppt sich als Karrierebremse

31.03.2026 - 08:10:25 | boerse-global.de

Neurowissenschaftliche Studien belegen, dass das Gehirn keine Aufgaben parallel bearbeiten kann. StÀndiges Task-Switching kostet Zeit, erhöht die Fehlerquote und wird von Vorgesetzten negativ bewertet.

Multitasking entpuppt sich als Karrierebremse - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Multitasking schadet der Karriere und der ProduktivitÀt. Neue Forschungsergebnisse widerlegen den Mythos des effizienten Gleichzeitigarbeitens und zeigen die versteckten Kosten des stÀndigen Aufgabenwechsels auf.

Unser Gehirn kann nicht parallel arbeiten

Eine aktuelle Studie der UniversitĂ€ten Halle, Hagen und Hamburg belegt: Das menschliche Gehirn bearbeitet keine Aufgaben wirklich gleichzeitig. Stattdessen schaltet es nur schnell zwischen ihnen hin und her – ein Prozess, der als "Task-Switching" Energie und Konzentration frisst.

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In den Experimenten sollten Probanden visuelle und akustische Signale parallel verarbeiten. Das Ergebnis: Das Gehirn reiht die Prozesse lediglich clever nacheinander an, um Störungen zu minimieren. Schon kleine Abweichungen von der Routine ließen die Fehlerquote in die Höhe schnellen. "Das widerlegt die lange gehegte Annahme grenzenloser Multitasking-FĂ€higkeit", sagt Psychologe Torsten Schubert von der UniversitĂ€t Halle.

Der versteckte Karrierekiller im Arbeitsalltag

Wer im Job stĂ€ndig zwischen E-Mails, Chats und Projekten springt, sendet fatale Signale. Vorgesetzte bewerten laut Branchenanalysten vor allem, wer fokussiert liefert und PrioritĂ€ten setzt – nicht, wer die meisten offenen Tabs hat.

Die Folgen sind messbar: Die QualitĂ€t der Arbeit leidet, Fehler hĂ€ufen sich und Deadlines rĂŒcken in weite Ferne. Es entsteht der Eindruck von viel AktivitĂ€t, aber wenig substanziellem Ergebnis. Kann das förderlich sein? Zudem kann dauerhafter Multitasking-Stress sogar VerĂ€nderungen in den Hirnregionen fĂŒr Selbstkontrolle und GedĂ€chtnis bewirken.

Digitale Dauerberieselung befeuert das Problem

Moderne ArbeitsplĂ€tze mit ihrer Flut aus Nachrichten und KanĂ€len zwingen uns geradezu zum Multitasking. Eine YouGov-Umfrage aus dem Vorjahr zeigt: 18 Prozent der digital Arbeitenden fĂŒhlen sich oft ĂŒberfordert, ein Viertel zumindest teilweise.

Die stĂ€ndige Erreichbarkeit zersplittert die Aufmerksamkeit. Das Gehirn kommt nicht zur Ruhe, was in mentale Erschöpfung mĂŒndet. Studien belegen, dass dieser Dauerbetrieb sogar das KurzzeitgedĂ€chtnis schwĂ€chen kann.

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Die RĂŒckkehr zum fokussierten Arbeiten

Die Lösung heißt "Monotasking". Wer sich auf eine Sache konzentriert, arbeitet nicht nur schneller und fehlerfreier – er ist auch weniger ausgelaugt. Immer mehr Experten fordern ein Umdenken: Weg von der Hektik, hin zu QualitĂ€t und VerlĂ€sslichkeit.

Unternehmen, die eine Kultur des Fokus fördern, profitieren von höherer ProduktivitÀt und zufriedeneren Mitarbeitern. Es geht darum, tiefe Denkarbeit wieder wertzuschÀtzen.

So setzen Sie neue PrioritÀten

Der erste Schritt ist bewusstes Unterbrechen der alten Muster. Schließen Sie unnötige Browser-Tabs, minimieren Sie das E-Mail-Programm und schalten Sie Benachrichtigungen stumm. Schaffen Sie sich konzentrierte Zeitblöcke.

Lernen Sie, Grenzen zu setzen. Fragen Sie nach der Dringlichkeit, wenn neue Aufgaben auf Sie zukommen, und schlagen Sie konkrete Zeitfenster vor. Das zeigt Kontrolle ĂŒber die eigene Arbeitskraft – ein SchlĂŒsselkriterium fĂŒr jede Beförderung.

Unternehmen mĂŒssen hier nachziehen: durch klare Regeln fĂŒr Tools, eine Reduzierung der KommunikationskanĂ€le und eine Kultur, die Konzentration belohnt. Die Zukunft der Arbeit gehört denen, die komplexe Themen zu Ende denken können.

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