Multitasking schadet ProduktivitÀt und Gesundheit
06.02.2026 - 02:42:12Multitasking senkt die Leistung und erhöht den Stress. Neurowissenschaftler warnen eindringlich davor, mehrere Aufgaben parallel zu bearbeiten. Das menschliche Gehirn ist dafür nicht ausgelegt.
Stattdessen schaltet es in Millisekunden zwischen Aufgaben hin und her – Experten nennen das „Task Switching“. Dieser ständige Wechsel verbraucht kognitive Ressourcen, macht langsamer und fehleranfälliger. Eine Studie der Stanford University zeigt: Wer regelmäßig parallel arbeitet, kann sich schlechter konzentrieren und verliert den Blick für das Wesentliche.
Entgegen der gängigen Meinung ist Multitasking kein Effizienz-Booster. Die Folgen sind konkret messbar:
* Die Leistungsfähigkeit nimmt langfristig ab.
* Kreative und komplexe Problemlösungen werden behindert.
* Es entsteht erheblicher mentaler Stress.
Laborstudien belegen, dass Multitasking das sympathische Nervensystem aktiviert – den Kern der körperlichen Stressreaktion. Die Deutsche Hirnstiftung warnt: Chronischer Multitasking-Stress kann in ein Burnout münden.
Monotasking: So trainieren Sie Ihren Fokus
Die Lösung heißt bewusste Konzentration auf eine Sache. Bewährte Techniken helfen, diese Fähigkeit zu stärken. Eine populäre Methode ist die Pomodoro-Technik. Sie strukturiert den Arbeitstag in konzentrierte Blöcke von beispielsweise 25 Minuten, gefolgt von kurzen Pausen.
Mindestens genauso wichtig ist die Reduzierung von Störfaktoren:
* Benachrichtigungen an Smartphone und Computer ausschalten.
* Nicht benötigte Programme und Browser-Tabs schließen.
* E-Mails nur zu festgelegten Zeiten checken.
* Das Smartphone aus dem Blickfeld räumen.
Schon die bloße Anwesenheit des Handys kann die Konzentration beeinträchtigen, da es unbewusst kognitive Kapazitäten bindet.
Mit Routinen zur Höchstleistung
Mentale Routinen sind automatisierte Abläufe, die dem Gehirn Energie sparen. Wer wiederkehrende Aufgaben zur Gewohnheit macht, muss weniger bewusste Entscheidungen treffen. So bleiben Ressourcen für anspruchsvolle Denkaufgaben frei.
Eine Morgenroutine kann den Tag strukturieren – etwa durch eine kurze Meditation oder die Priorisierung der drei wichtigsten Aufgaben. Das Gehirn liebt solche Wiederholungen, denn sie schaffen Vorhersehbarkeit und Kontrolle. Das reduziert Stress und ebnet den Weg in den Flow-Zustand, die Phase tiefster Konzentration.
Braucht die Arbeitswelt ein Update?
Die Erkenntnisse zwingen zum Umdenken. Immer mehr Unternehmen erkennen: Wahre Produktivität entsteht durch konzentrierte Arbeit und Regeneration, nicht durch ständige Betriebsamkeit.
Die Fähigkeit zum Fokus wird zur Schlüsselkompetenz. Die Arbeitswelt der Zukunft muss „Deep Work“ – also tiefes, ungestörtes Arbeiten – ermöglichen. Das erfordert einen kulturellen Wandel: weg von der Erwartung ständiger Erreichbarkeit, hin zur Wertschätzung konzentrierter Arbeitsphasen.


