ROUNDUPAnschlag, Stromnetz

Mutmaßliche TĂ€ter weisen Spekulationen zurĂŒck

07.01.2026 - 10:30:49 | dpa.de

Nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz ist ein zweites Bekennerschreiben der mutmaßlichen TĂ€ter aufgetaucht.

Vonseiten der Ermittler gab es zunĂ€chst keine BestĂ€tigung dazu. In dem Schreiben wurden Spekulationen zu einer möglichen Beteiligung russischer Akteure zurĂŒckgewiesen. Über das Schreiben, das der Verfassungsschutz fĂŒr authentisch hĂ€lt, berichteten unter anderem der "Tagesspiegel", "Bild" und der rbb.

Darin heißt es unter anderem: "Zu den kursierenden Unterstellungen einer angeblichen "False-Flag-Aktion" eines auslĂ€ndischen Staates sagen wir klar: Diese Spekulationen sind nichts weiter als der Versuch, die eigene Ohnmacht zu kaschieren." Dass Menschen vor Ort in der Lage seien, Infrastruktur anzugreifen, passe nicht in das Sicherheitsnarrativ von Politik und Behörden. Die BeweggrĂŒnde der Gruppe seien weder neu noch geheim. "Wer nun behauptet, hinter jeder Form von Sabotage mĂŒsse zwangslĂ€ufig ein fremder Geheimdienst stehen, verweigert sich der RealitĂ€t gesellschaftlicher Konflikte im Inneren", hieß es weiter.

In dem Schreiben hieß es zudem, dass sich ihre Aktion "nicht gegen Menschen" richte, sondern gegen eine Infrastruktur, die tĂ€glich die Umwelt zerstöre.

Gruppe bekannte sich in erstem Schreiben

In der Folge des mutmaßlich linksextremistisch motivierten Brandanschlags waren am Samstagmorgen im SĂŒdwesten Berlins zunĂ€chst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat die Ermittlungen ĂŒbernommen. Aus ihrer Sicht besteht der Verdacht auf verfassungsfeindliche Sabotage, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Brandstiftung und Störung öffentlicher Betriebe.

In einem ersten Bekennerschreiben hatte eine der linksextremistischen "Vulkangruppen", die seit 2011 vor allem in Berlin und Brandenburg immer wieder BrandanschlĂ€ge auf die öffentliche Infrastruktur verĂŒbt haben sollen, die Tat fĂŒr sich reklamiert.

"Bislang gar keine Hinweise"

Im Zuge des Brandanschlags gab es Spekulationen ĂŒber die Urheberschaft in Richtung Russland und einer seiner Geheimdienste im Internet. Mit Blick auf entsprechende Vermutungen hatte Berlins Polizei-VizeprĂ€sident Marco Langner betont: "Darauf gibt es bislang gar keine Hinweise." Und weiter: "Die PrĂŒfungen, die wir vorgenommen haben in Zusammenarbeit mit dem BKA, weisen eben auf diese Vulkangruppe hin - und zwar sehr deutlich. Wir sehen dieses Bekennerschreiben als authentisch an und können damit sagen, es kommt aus dem linksextremistischen Bereich."

Das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz (BfV) teilte auf Nachfrage zu dem neuen Schreiben mit: "Wir halten es fĂŒr authentisch." Der Nachrichtendienst sieht in den "Vulkangruppen" nicht eine Gruppierung mit einer einheitlichen FĂŒhrung, sondern geht vielmehr davon aus, dass es sich um verschiedene Gruppen aus dem Bereich des militanten Anarchismus handelt.

AlltÀgliche AblÀufe stören

Das BfV hatte im vergangenen September in einer Veröffentlichung zu Angriffen von Linksextremisten auf Infrastruktur und Unternehmen geschrieben, Ziel der "Vulkangruppen" sei es, "die alltĂ€glichen FunktionsablĂ€ufe zu stören, um dem verhassten kapitalistischen System Schaden zuzufĂŒgen".

Aus Sicherheitskreisen hieß es, die "Vulkangruppen" verfolgten grundsĂ€tzlich das gleiche Ziel und nutzten daher ein gemeinsames "Label". Zu einzelnen Aktionen könne es jedoch in diesem Kreis durchaus unterschiedliche EinschĂ€tzungen geben.

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