Verband: Hohe Standortkosten lÀhmen deutschen Luftverkehr
07.08.2024 - 10:38:01Im europĂ€ischen Vergleich drohe das Flugangebot von deutschen FlughĂ€fen im laufenden Jahr weiter zurĂŒckzufallen, berichtet der Branchenverband BDL in Berlin. Laut einer aktuellen Prognose werden zum Winterflugplan von deutschen FlughĂ€fen nur 85 Prozent der SitzplĂ€tze angeboten wie vor der Corona-Krise im Winter 2018/19. In den ĂŒbrigen europĂ€ischen LĂ€ndern liege das Angebot bereits bei 109 Prozent des Vorkrisenwertes, also deutlich darĂŒber.
Direktflieger machen Bogen um Deutschland
Als wesentlichen Grund fĂŒr den RĂŒckstand sehen die Unternehmen die hohe Kostenbelastung durch staatlich gelenkte GebĂŒhren und Steuern an. Diese Belastungen hĂ€tten sich seit 2020 annĂ€hernd verdoppelt, klagt BDL-PrĂ€sident Jens Bischof. Zuletzt wurde die deutsche Luftverkehrsteuer zum 1. Mai um rund 25 Prozent erhöht. "Deshalb machen vor allem die europĂ€ischen Punkt-zu-Punkt-Airlines einen Bogen um deutsche FlughĂ€fen." Der BDL verlangt ein Belastungsmoratorium, also eine Pause bei diesen Kosten. "Dies wĂ€re ein erster Schritt, um die KonnektivitĂ€t unserer FlughĂ€fen und die Anbindung unseres Wirtschaftsstandortes zu sichern", sagt Bischof.
Weitere GebĂŒhr steigt bald
Zurzeit seien die staatlich festgelegten GebĂŒhren und Steuern beim Start eines typischen Mittelstreckenfluges in Frankfurt, Stuttgart oder DĂŒsseldorf rund doppelt so hoch wie beispielsweise in Rom, Oslo oder BrĂŒssel. In Madrid wĂŒrden statt 4.400 Euro nur 660 Euro fĂ€llig. Airlines und FlughĂ€fen sehen sich in Deutschland aber weiteren Kostenbelastungen ausgesetzt. So steigt der maximale GebĂŒhrensatz fĂŒr die Luftsicherheitskontrollen zu Beginn des nĂ€chsten Jahres von 10 auf 15 Euro pro Passagier.
Gegen EU-Klimapaket
Der Verband verlangt zudem eine Ăberarbeitung des europĂ€ischen Klimapakets "Fit for 55", das die europĂ€ische Luftfahrt ĂŒber GebĂŒhr belaste und der Konkurrenz insbesondere vom arabischen Golf und der TĂŒrkei weitere Wettbewerbsvorteile verschaffe. Schon heute stiegen im Asienverkehr immer mehr Passagiere an Drehkreuzen auĂerhalb der EU um.

