Sachsens Innenminister will stĂ€rkeren Schutz fĂŒr Flughafen Leipzig
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 14:02 Uhr | dpa.deDer Vorfall mache erneut deutlich, dass Flughafen auch fĂŒr die VerteidigungsfĂ€higkeit Deutschlands eine erhebliche strategische Bedeutung habe, sagte der CDU-Politiker im Podcast "Table.Today" von "Table.Briefings".
Deshalb mĂŒsse geprĂŒft werden, ob der Bund dort nach dem Vorbild der FlughĂ€fen Frankfurt am Main oder Köln/Bonn "einen speziell geschĂŒtzten Bereich" etablieren sollte. Wie ein solcher Bereich in Leipzig konkret ausgestaltet werden könnte, fĂŒhrte Schuster nicht nĂ€her aus.
Schutz kritischer Infrastruktur als "Mega-Auftrag"
Der Minister sieht darĂŒber hinaus Handlungsbedarf bei anderen wichtigen Einrichtungen. Deutschland befinde sich nicht mehr in einer abstrakten, sondern in einer hohen GefĂ€hrdungslage. Schuster verwies unter anderem auf das Mikroelektronik-Cluster in Dresden sowie die Strom- und Wasserversorgung. Der Schutz all dieser Einrichtungen sei in der neuen Lage ein "Mega-Auftrag".
Auch die bundesweite Drohnenabwehr muss nach Ansicht Schusters neu aufgestellt werden. Zwar hÀtten sich die neuen gemeinsamen Abwehrstrukturen von Bund und LÀndern beim Vorfall in Leipzig als schnell einsatzfÀhig erwiesen. Bei einem flÀchendeckenden Schutz wichtiger FlughÀfen und kritischer Infrastruktur werde aber auch die Bundespolizei "mit ihren jetzigen KapazitÀten an ihre Grenzen kommen".
Schuster bringt Bundeswehr ins Spiel
Der Nationale Sicherheitsrat mĂŒsse deshalb unter anderem klĂ€ren, "ob die Bundeswehr im Inneren nicht stĂ€rker ermĂ€chtigt werden muss, zum Einsatz zu kommen". Als weitere Möglichkeiten nannte Schuster eine StĂ€rkung der Bundespolizei um eine "paramilitĂ€rische Komponente" fĂŒr robuste EinsĂ€tze oder zusĂ€tzliche Bundesmittel fĂŒr die Landespolizeien zum Aufbau möglichst einheitlicher Drohnenabwehrsysteme.
Diese mĂŒssten auch gegen "hochprofessionell agierende Angreifer" schĂŒtzen. "Um es klar zu sagen, also auch gegen staatliche Angreifer."
Zu den HintergrĂŒnden des Drohnenfunds Ă€uĂerte sich Schuster zurĂŒckhaltend. Es gebe inzwischen zwei konkrete ErmittlungsansĂ€tze. "Wir tappen ja nicht im Dunkeln", sagte der Minister. Bei dem betriebenen Aufwand habe er die Sorge, "dass hier jemand einen Schritt weiter geht und es nicht nur um Verunsicherung geht, sondern wirklich auch um eine physische Attacke".
