Sabotage am Stromnetz: Polizei findet Bekennerschreiben
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 10:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Inhalt könne aus taktischen GrĂŒnden nicht nĂ€her kommuniziert werden, teilte die Polizei mit. Die Ermittlungen dauern weiter an. Die Suche nach einem 48-JĂ€hrigen aus Gevelsberg, der mehrere Sabotage-Angriffe auf das deutsche Stromnetz verĂŒbt haben soll, blieb nach Polizeiangaben bislang erfolglos.
Rund um das Kraftwerk Weisweiler in Eschweiler bei Aachen war die Polizei seit Montagnachmittag mit zahlreichen KrÀften im Einsatz und hatte intensiv nach dem TatverdÀchtigen gefahndet und Spuren gesichert. Nach einem Hinweis auf eine verdÀchtige Person im Umfeld des Kraftwerks waren dort Abschussvorrichtungen gefunden worden. Mit ihnen sollte vermutlich ein Kurzschluss an den nahe gelegenen Hochspannungsleitungen ausgelöst werden.
Um die Abschussvorrichtungen unschĂ€dlich zu machen, rĂŒckten am Montag zunĂ€chst EntschĂ€rfer aus dem Landeskriminalamt an, wie ein Polizeisprecher sagte. Dazu wurde zeitweise auch die Bundesautobahn 4 in der NĂ€he gesperrt.
Blitze und KnallgerÀusche zu hören
WĂ€hrend der Suche waren am Montagabend gegen 21 Uhr nach Polizeiangaben Blitze und KnallgerĂ€usche zu hören. SchĂ€den seien bislang nicht festgestellt worden. Weil der Bereich wegen der einsetzenden Dunkelheit und der Vegetation nicht weiter abgesucht werden konnte, werde die Suche am Dienstagmorgen fortgesetzt, hieĂ es. ZusĂ€tzlich seien Beamte der Bereitschaftspolizei angefordert worden. Die Bundespolizei Aachen unterstĂŒtze die MaĂnahmen zudem durch den Einsatz einer Drohne mit WĂ€rmebildkamera.
Im Zusammenhang mit der Serie von Sabotage-Aktionen gegen das Stromnetz in mehreren BundeslĂ€ndern fahnden die Behörden bereits seit Tagen ohne Erfolg nach dem 48-JĂ€hrigen. Er soll an mehreren Orten in Brandenburg und NRW versucht haben, mit selbstgebauten Raketen einen dĂŒnnen Draht ĂŒber die Hochspannungsleitungen zu schieĂen und so einen Kurzschluss auszulösen.
In Bergheim westlich von Köln waren dadurch mehrere Blöcke eines Kraftwerks lahmgelegt worden, zu StromausfĂ€llen kam es aber nicht. Auch bei JĂ€nschwalde in Brandenburg war ein solcher Angriff auf das Stromnetz erfolgreich. Zu Taten in Brandenburg und NRW gibt es bereits Bekennerbriefe, die die Ermittlungsbehörden fĂŒr authentisch halten und dem gesuchten 48-JĂ€hrigen zuordnen.
