Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt: Anleger bleiben vor Nvidia-Zahlen vorsichtig

19.11.2025 - 12:11:00 | dpa.de

Nach dem jüngsten Kursrutsch kann der Dax DE0008469008 am Mittwoch weitere Verluste vermeiden.

Wenige Stunden vor den Quartalszahlen von Nvidia US67066G1040 bleiben die Anleger bei deutschen Aktien aber vorsichtig, denn sie erhoffen sich von dem Chipkonzern nach US-Börsenschluss neue Signale zum Boomthema Künstliche Intelligenz. Die Stimmung am globalen Aktienmarkt hatte zuletzt unter Sorgen um die Bewertung von Technologiewerten gelitten.

Der Dax schwankte bis zum Mittag um seinen Schlusskurs vom Vortag, als der Leitindex auf das niedrigste Niveau seit Juni gesackt war. Zuletzt lag er knapp mit 0,02 Prozent im Plus bei 23.184 Punkten. Er blieb unter seiner 200-Tage-Durchschnittslinie und gilt damit als weiterhin charttechnisch angeschlagen. Knapp fünf Prozent hat das deutsche Kursbarometer binnen einer Woche verloren.

Für den MDax DE0008467416 ging es am Mittwoch etwas klarer um 0,37 Prozent auf 28.600 Punkte nach oben, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx EU0009658145 sich mit 0,2 Prozent im Minus bewegte.

"Die Spannung am US-Markt konzentriert sich derzeit auf einen einzigen Giganten", schrieben die Experten von Index-Radar mit Blick auf Nvidia. Den Resultaten wird nochmals mehr Bedeutung beigemessen als ohnehin üblich. Der Chipkonzern stehe vor der Aufgabe, hohe Erwartungen zu erfüllen und zudem die erhebliche Skepsis hinsichtlich der Investitionen in KI zu zerstreuen, schrieb der Analyst Vivek Arya von der Bank of America in seinem Ausblick.

"Zu dieser Gemengelage gesellen sich auch noch die Sorgen über den Zustand des Zinssenkungszyklus in den Vereinigten Staaten", hieß es von der NordLB. Die Märkte seien sensibler gegenüber möglichen zurückhaltenden Tönen seitens der Fed, die im Dezember ihren letzten Zinsentscheid für dieses Jahr treffen wird. Am Abend wird das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung veröffentlicht und am Donnerstag dürften nachgeholte Daten zur Entwicklung des US-Jobmarktes im September von großer Relevanz werden.

Positiv auf fielen die Aktien von Nutzfahrzeugherstellern: Daimler Truck DE000DTR0CK8 erklommen im Dax mit einer Erholung um 3,2 Prozent die Spitzenposition. Traton DE000TRAT0N7 folgten dem im MDax um 2,1 Prozent nach oben. Als erleichternd wurde laut Händlern ein Bericht aufgefasst, wonach die US-Umweltbehörde EPA zwar an neuen Abgasregeln für 2027 festhalte, aber den Prozess schlanker gestalten möchte. Außerdem wurde am Markt darüber spekuliert, dass die Regeln im kommenden Jahr in den USA zu vorgezogenen Lkw-Käufen führen könnten.

Die Spitzenposition im MDax übernahmen mit Redcare Pharmacy NL0012044747 und Delivery Hero DE000A2E4K43 zwei Werte, die sich nach besonders schwacher Kursentwicklung erholt zeigten. Die Titel der Online-Apotheke wurden vom Analysehaus Cantor Fitzgerald mit einem Kursziel von 125 Euro positiv in die Bewertung aufgenommen. Diese Zielmarke verspricht in etwa eine Kursverdopplung.

Die Fraport DE0005773303-Anleger erhielten dagegen einen weiteren Denkzettel von der UBS. Nach einer Abstufung durch Goldman Sachs am Vortag spricht die Schweizer Großbank dem Flughafenbetreiber nun eine Verkaufsempfehlung aus wegen der hohen Bewertung. Der Kurs fiel um 2,2 Prozent auf ein erneutes Tief seit Anfang August.

Unter den Nebenwerten im SDax DE0009653386 waren die Aktien von Hypoport DE0005493365 gefragt. Sie erholten sich um fast elf Prozent von ihrem Tief seit zwei Jahren. Der Finanzdienstleister hatte am Vorabend nach Börsenschluss Aktienrückkäufe für bis zu 10 Millionen Euro angekündigt. Analyst Simon Stippig von Warburg Research sprach von einem guten Zeitpunkt, um sich die Papiere ins Depot zu holen.

SMA Solar DE000A0DJ6J9 übertrumpfte Hypoport aber noch etwas, indem die Aktien nach einer Kaufempfehlung des Investmenthauses Jefferies um fast zwölf Prozent hochsprangen. Auf ihrem Erholungspfad glichen sie mit einem erneuten Hoch seit Juni 2024 einen Rückschlag vom Vortag wieder aus. Analyst Constantin Hesse lobte die Rückkehr des Wechselrichter-Herstellers zur Profitabilität.

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