Auf Schnee folgen Eis und GlÀtte - Keine Schule in NRW
11.01.2026 - 20:05:31Von Westen her bringt Tief "Gunda" Schnee und spĂ€ter Regen, der bei eisigen Temperaturen in der Luft oder auf dem Boden gefriert, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Folge sei "eine ĂŒberregional unwetterartige Glatteis-Lage", sagte DWD-Meteorologe Oliver Reuter. Der ADAC empfahl, auf unnötige Autofahrten zu verzichten. Gerade bei Blitzeis solle man das Auto lieber stehen lassen, warnte ein ADAC-Sprecher. FĂŒr mehrere BundeslĂ€nder gab der DWD eine Unwetterwarnung wegen Glatteis aus.
Schulen bleiben vielerorts zu
Im bevölkerungsstÀrksten Bundesland Nordrhein-Westfalen bleiben die Schulen am Montag wegen der Glatteis-Gefahr im Distanzunterricht. Es werde lediglich eine Notbetreuung angeboten, teilte die Landesregierung mit.
In weiten Teilen Niedersachsens fÀllt am Montag ebenfalls der PrÀsenzunterricht aus. Unter anderem die Landeshauptstadt Hannover und die Region Hannover sagten den regulÀren Schulbetrieb wegen Glatteisgefahr ab.
Die Deutsche Bahn rechnet fĂŒr Montag nur mit kleineren EinschrĂ€nkungen durch gefrierenden Regen. Es sei nicht davon auszugehen, dass es erneut so groĂe Probleme wie am Freitag und Samstag geben könnte, sagte der Chef des fĂŒr die Infrastruktur zustĂ€ndigen Bahn-Unternehmens DB InfraGo, Philipp Nagl.
Fernverkehr lÀuft weitgehend wieder
Die Bahn hatte wegen Wintersturm "Elli" den Fernverkehr im Norden Deutschlands seit Freitag zeitweise komplett eingestellt. Am Sonntagmittag fuhren rund zwei Drittel des Fernverkehrs der Deutschen Bahn in Norddeutschland wieder normal, wie Bahnchefin Evelyn Palla sagte. "Die groĂen Hauptachsen sind alle freigerĂ€umt und befahrbar."
Auf StraĂen kam es am Wochenende zu zahlreichen GlĂ€tte-UnfĂ€llen, insgesamt blieb die Lage aber vergleichsweise entspannt. Auf eine eisige Nacht folgte vielerorts ein traumhafter Wintersonntag mit viel Sonne ĂŒber den frisch verschneiten Landschaften.
Damit ist es nun vorbei. Regional kann es nach der DWD-Prognose vor allem in Bayern und im Osten noch bis in den Dienstag hinein gefrierenden Regen geben. "Am Mittwoch tagsĂŒber hat sich der Winter so weit aus Deutschland verabschiedet und die Brechstange wieder eingepackt", sagte DWD-Meteorologe Oliver Reuter. Richtiges Winterwetter sei dann vorerst nicht mehr in Sicht.
Nacharbeit bei der Bahn
Bei der Bahn dĂŒrfte die Nacharbeit allerdings noch anhalten. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sagte der "Rheinischen Post", die Bahn werde sicher analysieren, "wo es besonders gut Hand in Hand lief, und da, wo es etwas zu verbessern gibt, AblĂ€ufe weiter optimieren". Klar sei aber auch, dass bei solchen extremen Wetterlagen kein planbarer Normalbetrieb möglich sei und immer wieder neu reagiert werden mĂŒsse.
"Andere europĂ€ische LĂ€nder bekommen das besser hin, wenn es schneit oder kalt ist", sagte Christoph PloĂ (CDU), Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages, der "Rheinischen Post". Die GrĂŒnen forderten eine kritische PrĂŒfung des Krisenmanagements der Bahn. Sie schrĂ€nke "heute den Bahnverkehr ein, wo dieser frĂŒher bei teils schwierigeren WetterverhĂ€ltnissen aufrechterhalten wurde", sagte GrĂŒnen-Bahnexperte Matthias Gastel der "Rheinischen Post".

