Innenminister, Vorgehen

Innenminister wundert sich ĂŒber Vorgehen der Bank-Einbrecher in Gelsenkirchen

12.01.2026 - 05:25:00

Nach dem spektakulĂ€ren Sparkassen-Einbruch mit Millionenbeute in Gelsenkirchen hĂ€lt NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) es fĂŒr denkbar, dass die TĂ€ter einen ortskundigen Helfer hatten.

"Es finden sich, ganz vorsichtig gesprochen, ein paar MerkwĂŒrdigkeiten, die Hilfe fĂŒr die TĂ€ter zumindest nicht unwahrscheinlich erscheinen lassen", sagte Reul der "WAZ".

Unter anderem wundere ihn das sehr zielgerichtete Vorgehen der bislang unbekannten Einbrecher. "Sie nutzten eine nicht alarmgesicherte, augenscheinlich manipulierte TĂŒr, um in einen Archivraum der Sparkasse zu gelangen. Sie setzten dort einen Kernbohrer genau an der richtigen Wand zum Tresorraum an", sagte Reul.

Außerdem seien von den rund 3.250 SchließfĂ€chern ausgerechnet diejenigen nicht aufgebrochen worden, die derzeit nicht vermietet gewesen seien. "Kann natĂŒrlich alles Zufall sein", sagte der Minister. Die Polizei habe es in jedem Fall mit einer "hochprofessionellen Bande" zu tun, die den Diebstahl penibel vorbereitet habe.

Der Gelsenkirchener Sparkassen-Chef Michael Klotz hatte zuvor in der "WAZ" zu Berichten ĂŒber mögliche Insider-Informationen der TĂ€ter gesagt: "Dazu liegen uns keine Erkenntnisse vor und an Spekulation möchte ich mich nicht beteiligen."

TĂ€ter kamen durch großes Loch in der Wand

Ende Dezember hatten sich bislang unbekannte TĂ€ter ĂŒber ein Parkhaus Zutritt zu der Bank verschafft und ein großes Loch in eine Wand gebohrt, um in den Tresorraum zu gelangen. Fast alle 3.250 KundenschließfĂ€cher der Sparkassen-Filiale im Stadtteil Buer wurden aufgebrochen.

Der Schaden wird noch ermittelt. Eine erste SchĂ€tzung der Polizei ging von einem mittleren zweistelligen Millionenbereich aus, inzwischen halten Ermittler aber auch einen Schaden im dreistelligen Millionenbereich fĂŒr realistisch.

@ dpa.de