Hersteller, Jacht

Hersteller von gesunkener Jacht fordern 222 Millionen

22.09.2024 - 14:58:14

Nach dem Untergang der Luxusjacht "Bayesian" vor Sizilien mit sieben Todesopfern fordert die italienische Herstellerfirma des Schiffs nach einem Medienbericht jetzt mehr als 200 Millionen Euro EntschÀdigung.

Die Klage richtet sich auch gegen die Witwe des ertrunkenen britischen MilliardÀrs Mike Lynch, Angela Bacares, wie die Tageszeitung "Giornale di Sicilia" berichtet.

BegrĂŒndet wird die Forderung ĂŒber insgesamt 222 Millionen Euro von der Werft Sea Group damit, dass ihr durch die Auswahl einer ungeeigneten Besatzung und deren Handeln ein schwerer Imageschaden entstanden sei.

Die als "unsinkbar" deklarierte Jacht war Mitte August wÀhrend eines Unwetters untergegangen. Die genauen UmstÀnde sind noch unklar. Dabei kamen sieben Menschen ums Leben, auch Lynchs 18-jÀhrige Tochter und vier GÀste des schwerreichen Software-Unternehmers.

Die Besatzung konnte sich bis auf den Schiffskoch retten. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den KapitĂ€n der "Bayesian", einen NeuseelĂ€nder mit großer Erfahrung, sowie zwei weitere Mitglieder der Besatzung. Bei den Ermittlungen geht es aber auch um die Frage, ob die Herstellerfirma eine Schuld trĂ€gt.

Kein Termin fĂŒr Bergung

Das 15 Jahre alte Schiff liegt nun seit mehr als einem Monat 900 Meter vor dem kleinen sizilianischen Hafen Porticello im Mittelmeer auf Grund. FĂŒr die Bergung gibt es bislang immer noch keinen Termin.

Die 56 Meter lange und mit einem 75 Meter hohen Mast ausgestattete "Bayesian" gehörte zu den grĂ¶ĂŸten Segeljachten weltweit. Gebaut wurde sie 2008 von der italienischen Werft Perini Navi, die spĂ€ter von der börsennotierten Sea Group ĂŒbernommen wurde.

Deren AnwÀlte vertreten dem Zeitungsbericht zufolge die Meinung, dass der KapitÀn der Aufgabe, die Jacht zu steuern, nicht gewachsen war. Die Klage richtete sich gegen die von der Witwe verwaltete britische Firma Revtom Limited sowie gegen einen internationalen Betreiber von Luxusjachten, Camper & Nicholsons. Von deren Seite gab es zunÀchst keinen Kommentar.

@ dpa.de