Schweinehalter hoffen auf EindÀmmung von Tierseuche ASP
20.06.2025 - 06:14:48"GlĂŒck im UnglĂŒck ist, dass es kein Gebiet mit hoher Dichte an schweinehaltenden Betrieben getroffen hat, wenngleich die Betriebe in der Restriktionszone dadurch natĂŒrlich erheblichen Schaden haben", sagte Torsten Staack, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Interessengemeinschaft Schweinehalter Deutschlands (ISN), der Deutschen Presse-Agentur.
Staack lobte eine professionelle SeuchenbekÀmpfung nach den Funden der toten Wildschweine im Sauerland. Es zahle sich aus, dass das Land NRW erheblich unter anderem in technische Ausstattung investiert habe.
Fast jedes dritte Schwein in Niedersachsen gehalten
Bundesweit wurden Ende vergangenen Jahres 21,3 Millionen Schweine gehalten - mit Abstand die meisten davon, nĂ€mlich 7 Millionen in Niedersachsen. NRW folgt mit rund 5,8 Millionen. Bei der jĂŒngsten ZĂ€hlung Anfang Mai 2025 waren es nach vorlĂ€ufigen Zahlen allerdings noch knapp 6,9 Millionen Schweine in Niedersachsen. Laut Staack gaben vor allem Mastbetriebe auf.
Das fĂŒr Tierseuchen zustĂ€ndige Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) prĂŒft derzeit, inwieweit die Erkrankungen in NRW mit dem Seuchen-Geschehen in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-WĂŒrttemberg oder in Brandenburg und Sachsen zusammenhĂ€ngen. In diesen LĂ€ndern sind nach Auskunft des FLI allein in diesem Jahr mehr als 1.500 infizierte Wildschweine gezĂ€hlt worden.
Markt ruhig geblieben trotz kranker Tiere im Sauerland
Betriebe mit Hausschweinen konnten nach EinschĂ€tzung von Staack bislang gut geschĂŒtzt werden. Die professionelle SeuchenbekĂ€mpfung im jĂŒngsten Fall in NRW sorge fĂŒr einen Vertrauensvorschuss, sagte der Interessenvertreter der Schweinehalter. Dies sehe man daran, dass der Markt ruhig geblieben sei.
"AuĂerhalb der infizierten Zone können Schweinehalter ihre Tiere ganz normal vermarkten", betonte Staack. Auch beim Export von Schweinefleisch in Drittstaaten seien nach aktuellem Stand keine direkten Auswirkungen festzustellen.
Virus fĂŒr Menschen und andere Tiere ungefĂ€hrlich
Seit Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland 2020 waren nach Behördenangaben insgesamt 19 Schweinehaltungen betroffen. In Niedersachsen gab es im Juli 2022 im Landkreis Emsland einen Ausbruch bei einem Ferkelerzeuger.
FĂŒr Menschen und andere Tiere ist das Virus ungefĂ€hrlich. FĂŒr Haus- und Wildschweine verlĂ€uft eine Infektion jedoch fast immer tödlich. Bei einem Ausbruch in einer Schweinehaltung muss in der Regel der gesamte Bestand getötet werden. Dies kann erhebliche wirtschaftliche SchĂ€den fĂŒr betroffene Landwirte verursachen.

