Winzer und Obstbauern befĂŒrchten ErnteausfĂ€lle nach FrostnĂ€chten
26.04.2024 - 16:01:30"Von Norden bis SĂŒden, im gesamten Weinbaugebiet, haben wir FrostschĂ€den", sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Weinbauverbands WĂŒrttemberg, Hermann Morast, am Freitag. Die betroffene FlĂ€che und der mögliche Ausfall lieĂen sich noch nicht beziffern: "In manchen Parzellen haben wir TotalschĂ€den. In anderen mĂŒssen wir die nĂ€chsten ein bis zwei Wochen abwarten, wie sich die Reben entwickeln."
In den NĂ€chten seit Sonntag sei in vielen wĂŒrttembergischen Lagen die kritische Grenze von minus 1,5 Grad unterschritten worden. "Besonders in diesem Jahr war, dass es sogenannte Höhenfröste waren. Diese sind selten und treffen auch Lagen, die sonst nicht frostanfĂ€llig sind", sagte Morast. Hinzu komme, dass die Vegetationsperiode durch den Klimawandel zwei bis drei Wochen frĂŒher beginne. "Die Reben frĂŒher Sorten waren bereits bis zu 20 Zentimeter lang. Da haben Winzer schon Arbeit und Energie reingesteckt."
Aufgrund der vergleichsweise milden Temperaturen hatten Reben und ObstbĂ€ume in vielen Regionen Deutschlands bereits im April ausgetrieben. In dieser Phase sind die BlĂŒten aber empfindlich gegenĂŒber Frost. Bundesweit schĂ€tzt die Versicherung Vereinigte Hagel den Schaden auf mehr als 500 Millionen Euro.
In den Weinbaugebieten des badischen Landesteils hat der Frost ebenfalls zugeschlagen. Die SchĂ€den seien aber regional sehr unterschiedlich verteilt, sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des dortigen Weinbauverbands, Holger Klein. "Es geht los im mittleren Breisgau und dann zieht es sich nach Norden hin." Vor allem betroffen seien die Regionen Ortenau, Kraichgau und Tauberfranken. Konkrete Zahlen lassen sich aber auch dort bislang nicht nennen. "Es gibt Anlagen, wo es groĂe AusfĂ€lle gibt. Wir mĂŒssen abwarten, was in den kommenden Wochen passiert", sagte Klein. Zum einen könnten Reben neu austreiben. Die kritische Phase sei aber auch nicht vorbei. Noch bis Mitte Mai könne es kalte NĂ€chte und damit SchĂ€den geben.
Obstbauern: Sind mit blauem Auge davongekommen
Im Obstbau im Land sind vom Frost vor allem Steinobstsorten wie Kirschen und Zwetschgen betroffen. Es gebe AusfĂ€lle von bis zu 80 Prozent - je nachdem, wo der Betrieb liege, sagte der PrĂ€sident des Landesverbands Erwerbsobstbau, Franz Josef MĂŒller. Besonders betroffen sei die Ortenau. In anderen Regionen wie dem Bodenseeraum hĂ€tte es hingegen kaum Frost gegeben. Auch bei den Ăpfeln gebe es bislang keine groĂen Probleme. "Im Gegensatz zum Weinbau sind wir mit einem blauen Auge davongekommen", sagte MĂŒller.
Eine genaue SchÀtzung des Ernteausfalls durch Frost kann dem Landwirtschaftsministerium zufolge erst in den kommenden Tagen erfolgen. Auch erst dann sei eine Prognose möglich, ob es zu Preissteigerungen von regionalen Produkten wie Wein und Obst komme, hieà es.

