Europa Schluss: Leichte Verluste - Vorsicht vor EZB-Sitzung
23.01.2024 - 18:17:53 | dpa.deDer Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 verlor 0,32 Prozent auf 4465,91 Punkte. FĂŒr den französischen Cac 40 FR0003500008 ging es um 0,34 Prozent auf 7388,04 Punkte nach unten. Der britische FTSE 100 GB0001383545 fiel um 0,03 Prozent auf 7485,73 Punkte.
Trotz guter Vorgaben aus Asien seien Marktteilnehmer vorsichtig, betonte Analyst Pierre Veyret vom Handelshaus Activtrades. Vor der Sitzung der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) wolle sich niemand allzu weit aus dem Fenster lehnen. "Das anstehende Treffen der EZB bestimmt den Ton fĂŒr 2024", so Charles Diebel, Leiter Anleihen bei Mediolanum International Funds. Die EuropĂ€ische Zentralbank wird sich am Donnerstag Ă€uĂern.
In der Geldpolitik dreht sich derzeit viel um die Frage, wann und in welchem AusmaĂ die Notenbanken ihre straffe Geldpolitik lockern. Die groĂen Zinshoffnungen an den FinanzmĂ€rkten sind zuletzt etwas kleiner geworden, nachdem sich zahlreiche Notenbanker gegen eine rasche Zinswende ausgesprochen hatten. Hintergrund der Debatte ist die rĂŒcklĂ€ufige Inflation, die den WĂ€hrungshĂŒtern Spielraum fĂŒr Zinssenkungen bietet.
StĂ€rkster Sektor war derjenige der Rohstoffwerte EU0009658624. Sie profitierten von einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zu China. Danach sollen die AktienmĂ€rkte des rohstoffhungrigen Landes laut mit der Sache vertrauten Personen durch ein umfangreiches staatliches MaĂnahmenpaket gestĂŒtzt werden.
Auch Ălwerte EU0009658780 waren gefragt. Ihnen kamen die anhaltenden Unsicherheiten in Nahost zugute, wie Analyst Veyret anmerkte. Die USA und GroĂbritannien hatten zu Beginn der Woche mit VerbĂŒndeten erneut Stellungen der Huthi-Milizen im Jemen angegriffen. Die MilitĂ€rschlĂ€ge sind eine Reaktion auf zahlreiche Angriffe der Huthi auf Frachtschiffe im Roten Meer. Der Seeweg ist enorm wichtig fĂŒr den internationalen Waren- und Ăltransport.
Pharmawerte EU0009658723 hingegen schwĂ€chelten. Hier fielen die Aktien von Sanofi FR0000120578 um 1,7 Prozent. Der französische Konzern will das US-Biotech-Unternehmen Inhibrx US45720L1070 kaufen, dessen Papiere in New York zuletzt 8 Prozent in die Höhe schnellten. WĂ€hrend Anlegern die geplante Transaktion offensichtlich missfiel, Ă€uĂerten sich Analysten positiv. Mit Inhibrx stĂ€rkten die Franzosen das GeschĂ€ft mit potenziellen Mitteln gegen seltene Krankheiten strategisch, schrieb Experte Richard Vosser von der Bank JPMorgan.
Im Telekomsektor EU0009658947 richtete sich der Fokus auf Ericsson SE0000108656. Der TelekomausrĂŒster war im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Die Schweden hatten vor allem im NetzwerkgeschĂ€ft mit der geringen Investitionsbereitschaft ihrer Kunden bei 5G-Komponenten zu kĂ€mpfen. Zwar lief das Schlussquartal trotz eines prozentual zweistelligen Umsatzeinbruchs besser als von Analysten erwartet, doch sieht der Konzern weiter wenig Licht am Horizont. Die Aktien schwankten deutlich und schlossen 3,7 Prozent im Plus.
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