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New York Schluss: Verluste - Spekulationen über Iran-Machtkämpfe

23.04.2026 - 22:29:45 | dpa.de

Nach den jüngsten Rekordmarken einiger Indizes war die Luft an den US-Aktienmärkten am Donnerstag vorerst raus.

Anleger blieben vorsichtig, weil die Waffenruhe im Iran-Krieg auf der Kippe bleibt. Im Verlauf belastete ein Bericht über Machtkämpfe im Iran, doch die Situation blieb unklar. Bei Technologiewerten stand die Berichtssaison im Mittelpunkt - mit Licht in der Chipbranche und Schatten im Softwaresektor.

Der Dow Jones Industrial US2605661048 ging 0,36 Prozent tiefer bei 49.310,32 Punkten aus dem Handel. Wie schon in den vergangenen Tagen war er der einzige Index, der keinen Rekord aufstellen konnte. Nach zwischenzeitlich erreichten Bestmarken sackten aber auch die beiden anderen US-Leitindizes ins Minus: Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 gab um 0,41 Prozent auf 7.108,40 Punkte nach. Der Nasdaq 100 US6311011026 verlor 0,57 Prozent auf 26.782,63 Punkte.

US-Präsident Donald Trump gibt dem Iran Berichten zufolge nur noch wenige Tage Zeit für einen Vorschlag zur Beendigung des Krieges. Für Unsicherheit sorgten weitere Angriffe und Drohungen gegen Schiffe in der Straße von Hormus, aber auch ein Bericht des israelischen Nachrichtensenders N12 über einen Rücktritt des iranischen Parlamentssprechers Mohammad Baqer Qalibaf. Belastend wirkte, dass dieser im Dialog mit den USA eine Schlüsselrolle inne hat. An der Nachricht kamen wegen anderslautender Stimmen aber schnell Zweifel auf.

Im Softwaresektor kochten am Donnerstag alte Bedenken um die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz wieder hoch, gepaart mit der Befürchtung einer bremsenden Wirkung des Iran-Krieges. Die Titel von ServiceNow US81762P1021 prägten das schlechte Branchenbild mit einem Kurseinbruch um fast 18 Prozent. Das Unternehmen hatte die Anleger mit seinen Quartalszahlen enttäuscht und wegen des Nahost-Konflikts von Nachfrage-Verzögerungen berichtet.

Die Sorgen mischten sich mit den KI-Bedenken, die viele Sektorwerte in den vergangenen Monaten schon belastet hatten. Ein Erholungsversuch, der bislang im April stattgefunden hatte, erlitt auch anderswo im Softwarebereich einen deutlichen Rückschlag. Die Titel von Microsoft US5949181045, Salesforce US79466L3024, Oracle US68389X1054 und Adobe US00724F1012 sackten um 4 bis 8,7 Prozent ab.

Die KI-Bedenken zeigten sich im Technologiebereich auch bei IBM US4592001014, die Titel rutschten hinter Salesforce als zweitgrößter Dow-Verlierer auch um mehr als acht Prozent ab. Dem IT-Riesen gelang es nicht, mit seinen Zahlen zum ersten Quartal die Bedenken von Investoren wegen möglicher Störeffekte durch KI-Lösungen auszuräumen.

Positiv gegenüber standen im Tech-Sektor die Chipwerte, angetrieben von Texas Instruments US8825081040 mit einem Kurssprung um 19,4 Prozent. Der Halbleiterhersteller profitierte in Zeiten des KI-Booms von den Ausgaben für Rechenzentren und meldete nicht nur ein starkes Quartal, sondern erfreute auch mit einem starken Jahresausblick. Bank of America riet daraufhin zum Kauf der Aktien

Neben Microsoft der zweitgrößte Verlierer unter den "Magnificent 7" war Tesla US88160R1014. Nach der Ankündigung des Elektroautobauers, dass die Investitionen nochmals massiv erhöht werden, um sich neue Geschäftspotenziale im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu erschließen, büßte der Kurs 3,6 Prozent ein.

Im Dow wurden auch Honeywell US4385161066 und American Express US0258161092 zur Belastung, indem die Aktien nach den vorgelegten Zahlen um 2,6 respektive 4,3 Prozent fielen. Am breiten Markt ergab sich nach den Resultaten von American Airlines US02376R1023 bei Fluggesellschaften eine Erholung, die allerdings wegen zeitweise wieder anziehender Ölpreise etwas an Schwung verlor.

Gut da standen nach Bekanntgabe von über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen Comcast US20030N1019. Freundlich zeigten sich auch Werte aus dem Telekom-Sektor, der am Vortag stark unter Druck gestanden hatte. Die Titel von T-Mobile US US8725901040 erholten sich um 2,7 Prozent von den jüngsten Verlusten, die von einem Bericht über eine mögliche Kombination mit der Deutschen Telekom ausgelöst worden waren.

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