Frankfurt-News, Wochenausblick

Börse Frankfurt-News: Wochenausblick: Neue Woche, neues Hoch?

30.06.2025 - 10:39:15

Nach den neuen Rekorden an der Wall Street am Freitag sehen viele jetzt auch gute Chancen fĂŒr den DAX.

HĂ€lt die geopolitische Entspannung an, dĂŒrften Konjunkturzahlen wieder in den Blick rĂŒcken. FĂŒr Donnerstag ist ein Börsengang angesetzt.

30. Juni 2025. Beruhigung in Nahost, Zinssenkungshoffnungen in den USA, Entspannungssignale im Zollkonflikt - all das hebt die Stimmung. "An den KapitalmÀrkten versetzte die ?geopolitische Entspannung? die Investoren in Feierlaune, so dass sie ebenso rasch in den Risk-on-Modus wechselten wie zuvor in den Risk-off-Modus", stellt Helaba-Analystin Claudia Windt fest.

"Die AktienmĂ€rkte - insbesondere die Wall Street - haben in atemberaubender Geschwindigkeit die geopolitischen Sorgen abgestreift und zum alten Momentum zurĂŒckgefunden, wesentlich getrieben durch die KI-Euphorie", erklĂ€rt Thorsten Weinelt von der Commerzbank, auch mit Blick auf das neue Allzeithoch von Nvidia. KĂ€men jetzt noch Zinssenkungshoffnungen und eine Aufhellung der Unternehmerstimmung hinzu, sei auch hierzulande der Weg frei zu alten Topniveaus. "Immer vorausgesetzt, es gibt keine neue Eskalation in Nahost", ergĂ€nzt er.

"S&P-Plus mickrig im Vergleich zum DAX"

Zur guten Stimmung trÀgt auch bei, dass sich die USA und China auf das Ende einiger HandelsbeschrÀnkungen verstÀndigt haben. Auch gibt es Hoffnung auf eine baldige Einigung im US-Handelskonflikt mit der EuropÀischen Union.

Der DAX steht am Montagmorgen bei 24.108 Punkten nach 24.033 am Freitag zu Handelsschluss. Die Rekordmarke von 24.479 Punkten von Anfang Juni rĂŒckt immer nĂ€her. An der Wall Street gab es schon am Freitag neue Rekorde von S&P 500 und Nasdaq 100. "Der S&P 500 hat damit den Kursverfall seit Beginn der Trumpschen Zolloffensive im Februar vollstĂ€ndig ausgebĂŒgelt", erklĂ€rt Analyst Berndt Fernow von der LBBW. Das rund fĂŒnfprozentige Plus seit Jahresbeginn sei allerdings "mickrig" verglichen mit den rund 20 Prozent Zuwachs des DAX.

"US-Konjunkturzahlen haben enttÀuscht"

Auch Ulrich Kater von der DekaBank spricht von einer "Erleichterungswelle" durch den Waffenstillstand. Allerdings hĂ€tten viele Marktteilnehmer wohl schon frĂŒhzeitig mit einer zĂŒgigen Deeskalation gerechnet. Denn die Kursreaktionen an Aktien- und RohölmĂ€rkten seien wĂ€hrend der Angriffe moderat geblieben. Jetzt rĂŒcken Kater zufolge wieder ökonomische Daten ins Blickfeld. In den USA hĂ€tten zuletzt eine Reihe von Konjunkturzahlen enttĂ€uscht. "Damit bestĂ€tigt sich vorsichtig die Erwartung einer AbschwĂ€chung der US-Wirtschaft durch die Belastungen des Wirtschaftsprogramms der Regierung Trump", erklĂ€rt Kater.

Treffen in Sintra

Am heutigen Montag beginnt das Notenbanktreffen im portugiesischen Sintra. "Marktteilnehmer erhoffen sich neue AufschlĂŒsse ĂŒber die Geldpolitik", erklĂ€rt Fernow. Am Abend wird EZB-Chefin Christine Lagarde sprechen. Ein weiterer Höhepunkt dieser Woche: die aktuellen US-Arbeitsmarktdaten, die wegen des US-Feiertags am Freitag schon am Donnerstag veröffentlicht werden.

Börsengang am Donnerstag: Brainlab AG

Am Donnerstag, dem 3. Juli 2025, wird die in MĂŒnchen ansĂ€ssige Brainlab AG voraussichtlich im Prime Standard der Börse Frankfurt debĂŒtieren. Die Zeichnung lĂ€uft noch bis morgen in der Spanne zwischen 80 und 100?Euro je Aktie, was einer Bewertung zwischen 1,67 und 2,09?Milliarden Euro entspricht. Brainlab plant, bis zu 5,2?Millionen Aktien auszugeben - davon rund 2?Millionen neue Aktien. Die IPO-Zeremonie wird live ĂŒbertragen auf youtube.com/boersefrankfurt.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 30. Juni

Notenbanktreffen Sintra. Beginn des jÀhrlich stattfindenden Notenbanktreffens im portugiesischen Sintra (bis 2. Juli).

14.00 Uhr. Deutschland: Verbraucherpreise Juni. Erwartet wird, dass die Inflation in Deutschland mit unverĂ€ndert 2,1 Prozent noch knapp ĂŒber dem EZB-Ziel von 2 Prozent liegt.

Dienstag, 1. Juli

11.00 Uhr. Eurozone: Verbraucherpreise Juni. Die Inflation im Euroraum dĂŒrfte im Juni auf 2,1 Prozent zugenommen haben, meint die DekaBank, unter anderem wegen der Energiepreise. FĂŒr die Kernrate erwartet sie einen leichten Anstieg auf 2,4 Prozent, auch wegen Preissteigerungen bei Tourismusdienstleistungen.

Mittwoch, 2. Juli

11.00 Uhr. Eurozone: Arbeitslosenzahlen Mai. Die Arbeitslosenquote hat im Mai laut DekaBank wohl erneut im Bereich des Allzeittiefs gelegen.

Donnerstag, 3. Juli

9:00: Handelsstart der Brainlab AG. Die IPO-Zeremonie ist live auf dem Youtube-Kanal der Frankfurter Börse.

14.30 Uhr. USA: Arbeitslosenzahlen Juni. Die Lage am US-Arbeitsmarkt hat sich nach EinschĂ€tzung der Commerzbank im Juni wahrscheinlich erneut leicht verschlechtert. Nach dem BeschĂ€ftigungsplus von 139.000 im Mai erwartet sie fĂŒr den Juni nur noch 110.000 neue Stellen. Die Arbeitslosenquote werde wohl auf 4,3 Prozent zulegen.

Freitag, 4. Juli

USA: Independence Day. Die Börsen bleiben geschlossen.

8.00 Uhr. Deutschland: AuftragseingĂ€nge Mai. Die Commerzbank geht davon aus, dass die KerngrĂ¶ĂŸe gegenĂŒber dem Vormonat erneut zugelegt hat. Das fĂŒr die Gesamtzahl und die KerngrĂ¶ĂŸe erwartete Plus von 1 Prozent gegenĂŒber Vormonat sieht sie als ein gutes Signal fĂŒr die deutsche Konjunktur in den kommenden Monaten.

von: Anna-Maria Borse, 30. Juni 2025, © Deutsche Börse AG

(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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