AnwĂ€lte fordern SonderprĂŒfung der Versorgungskammer
10.03.2026 - 15:53:53 | dpa.deDer MĂŒnchner Rechtsanwalt Peter Mattil wirft der Kammer vor, jegliche AuskĂŒnfte zu blockieren. Deswegen stellte der Jurist eine Klage vor dem Verwaltungsgericht in Aussicht. "Wir werden einen WirtschaftsprĂŒfer aussuchen und mit der PrĂŒfung beginnen, sobald das Verwaltungsgericht uns recht gibt", schrieb Mattil auf Anfrage.
Die Versorgungskammer fĂŒhrt die Altersversorgung mehrerer Berufe und staatlicher Einrichtungen. Dazu zĂ€hlen auch die bayerischen RechtsanwĂ€lte, Mattil ist selbst bei der BVK versichert. Die Kammer hatte wegen missglĂŒckter ImmobiliengeschĂ€fte in den USA 163 Millionen Euro abgeschrieben und weitere Risiken in Höhe von 690 Millionen Euro eingerĂ€umt. In Summe geht es in den USA um Investitionen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro, ein kleiner Teil der gesamten Kapitalanlagen von 122 Milliarden Euro.
AnwÀlte misstrauen der Kammer
Mattil und sein Anwaltskollege Stephan Greger fĂŒrchten, dass die Probleme in den USA nur die Spitze des Eisbergs sein könnten. "Wir wollen eine sogenannte SonderprĂŒfung durchsetzen und alle Investitionen der BVK durchleuchten", heiĂt es in der Mitteilung der Juristen.
Bekanntes Beispiel einer SonderprĂŒfung aus den vergangenen Jahren ist die Untersuchung der WirtschaftsprĂŒfungsgesellschaft KPMG bei Wirecard, die im FrĂŒhjahr 2020 eine Vielzahl an MĂ€ngeln und ungeklĂ€rter Buchungen in Milliardenhöhe zutage gefördert hatte - wenige Monate spĂ€ter hatte der damalige Dax-Konzern DE0008469008 Insolvenz angemeldet.
Verluste des Berliner ZahnÀrzte-Versorgungswerks verstÀrken die Sorgen in Bayern
Aufgeschreckt worden sind Mattil und Greger aber nicht nur durch die bayerischen Ereignisse. In noch viel gröĂere Schwierigkeiten als die BKV ist das Versorgungswerk der Berliner ZahnĂ€rztekammer geraten, das mit riskanten Investments mehr als eine Milliarde Euro verloren haben könnte, nahezu die HĂ€lfte der gesamten Kapitalanlagen. "Wir hoffen, dass keine Katastrophe wie in Berlin auf uns zukommt", heiĂt es in Mattils Mitteilung.
Die bayerische Versorgungskammer ist - teils weit ĂŒber die Grenzen des Freistaats hinaus - fĂŒr die Altersversorgung mehrerer selbststĂ€ndiger Berufe zustĂ€ndig. Dazu zĂ€hlen neben AnwĂ€lten unter anderem Ărzte, Apotheker, Architekten, Ingenieure, Kaminkehrer und Psychotherapeuten. AuĂerdem fĂŒhrt die Kammer die Altersversorgung mehrerer staatlicher Einrichtungen, unter anderem des Bayerischen Landtags. Insgesamt sind 2,7 Millionen Menschen bei der BVK versichert. Die Kammer ist eine staatliche bayerische Behörde, die Rechtsaufsicht liegt beim Innenministerium in MĂŒnchen.
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