US-Sanktionen vertreiben Hotelketten aus Kuba
02.06.2026 - 19:30:17 | dpa.deDie sozialistische Regierung Kubas bezeichnete die US-MaĂnahmen als die bisher "gröĂte, ĂŒbermĂ€Ăigste und gefĂ€hrlichste Eskalation" der Spannungen mit Washington.
Hotelketten wie Iberostar aus Spanien, Royalton aus Kanada (frĂŒher Blue Diamond) und Archipelago International aus Indonesien haben Medienberichten zufolge begonnen, sich teilweise aus Kuba zurĂŒckzuziehen.
Die Regierung von US-PrĂ€sident Donald Trump hatte Anfang Mai neue Sanktionen gegen Gaesa verhĂ€ngt. Ziel sei es, der kommunistischen MilitĂ€rfĂŒhrung und den Eliten des Landes den Zugang zu Vermögenswerten zu entziehen. Auch auslĂ€ndischen Banken und Unternehmen drohen ab dem 5. Juni Sanktionen, falls sie weiterhin mit dem Konzern zusammenarbeiten. SchĂ€tzungen zufolge kontrolliert Gaesa mindestens 40 Prozent der kubanischen Wirtschaft in verschiedenen Bereichen.
Laut Kuba will Washington den Inselstaat wirtschaftlich isolieren
Havanna kritisierte die US-Sanktionen scharf. "Das erklĂ€rte Ziel besteht darin, das Land diplomatisch, wirtschaftlich, finanziell und im Energiebereich zu isolieren", hieĂ es. Gaesa sei weder eine undurchsichtige Struktur noch ein Instrument zur Bereicherung einiger weniger. Vielmehr habe das Unternehmen angesichts des "Wirtschaftskriegs" der Vereinigten Staaten seit den 1990er Jahren mit Investitionen in Infrastruktur und Sozialprojekte eine entscheidende Rolle fĂŒr das Wohl der Kubaner gespielt.
Die Tourismusbranche steckt in der Krise
Seit der Corona-Pandemie hat sich die Tourismusbranche auf Kuba nicht erholt. Hinzu kommen die Wirtschaftskrise und anhaltende StromausfĂ€lle, die Besucher abschrecken. Die jĂŒngsten US-Sanktionen gegen Ăllieferungen nach Kuba haben die Lage weiter verschĂ€rft. Wegen des Treibstoffmangels haben zahlreiche Fluggesellschaften ihre Verbindungen auf die Karibikinsel eingestellt.
Iberostar bestĂ€tigte am Dienstag, die Verwaltung von zwölf Hotels in Kuba aufzugeben, die zur Hoteltochter Gaviota von Gaesa gehören. Das Unternehmen war nach eigenen Angaben bislang die zweitgröĂte Hotelkette des Landes und betreibt dort insgesamt 18 Hotels.
Hintergrund des Schritts ist Medienberichten zufolge die angekĂŒndigte VerschĂ€rfung der US-Sanktionspolitik. Iberostar bestĂ€tigte diesen Zusammenhang jedoch nicht ausdrĂŒcklich, sprach aber von einer "kritischen und komplexen" Lage in Kuba.
