Finnland hĂ€lt verdĂ€chtigen Ăltanker 'Eagle S' weiter fest
08.01.2025 - 12:50:05Bei einer Inspektion an Bord des Schiffes - einer sogenannten Hafenstaatkontrolle - wurden 32 MÀngel festgestellt, wie die finnische Verkehrs- und Kommunikationsbehörde Traficom mitteilte.
Drei davon zum Brandschutz, der NavigationsausrĂŒstung und der BelĂŒftung des Pumpenraumes seien so gravierend, dass der Tanker festgehalten werde, schrieb die Behörde. Er dĂŒrfe nicht betrieben werden, bis die MĂ€ngel behoben worden seien. Die Behebung werde externe Reparaturhilfe erfordern und Zeit in Anspruch nehmen.
Tanker gehört laut EU zur russischen Schattenflotte
Das zwischen Finnland und Estland verlaufende unterseeische Stromkabel Estlink 2 war am ersten Weihnachtsfeiertag beschĂ€digt worden, etwa zeitgleich entstanden SchĂ€den an vier Kommunikationskabeln. Daraufhin beschlagnahmten die finnischen Behörden die "Eagle S", die unter der Flagge der Cookinseln fĂ€hrt, Estlink 2 zum entsprechenden Zeitpunkt passiert hatte und nach EinschĂ€tzung der EU zur russischen Schattenflotte gehört. Gemeint sind damit Tanker und andere Frachtschiffe, die Russland benutzt, um Sanktionen infolge seines Einmarsches in die Ukraine etwa beim Ăltransport zu umgehen.
Die finnische Kriminalpolizei ermittelt wegen möglicher schwerer Sabotage gegen den Tanker, der östlich von Helsinki vor Anker liegt. Gegen mehrere Besatzungsmitglieder wurden Reiseverbote verhĂ€ngt. Die Ermittler hegen den Verdacht, dass die Crew der "Eagle S" die SchĂ€den vorsĂ€tzlich verursachte, indem der Schiffsanker am Meeresgrund hinter dem Tanker hergezogen wurde. Im Zuge der Ermittlungen wurde eine kilometerlange Schleifspur am Meeresboden entdeckt. JĂŒngst wurde auch der Anker der "Eagle S" entdeckt und mit Hilfe eines schwedischen Spezialschiffes vom Grund der Ostsee gehoben.

