Russischer Tanker: Moskau sieht Anrainer in der Pflicht
16.03.2026 - 21:55:22 | dpa.de"Die auf die derzeitige Lage anwendbaren internationalen Rechtsnormen sehen vor, dass die KĂŒstenlĂ€nder (die sogenannten betroffenen Staaten) fĂŒr die Lösung der Situation mit dem driftenden Schiff und die Verhinderung einer Ăkokatastrophe verantwortlich sind", sagte die Sprecherin des russischen AuĂenministeriums, Maria Sacharowa, laut der Webseite der Behörde. Wie sich Moskau weiter verhalten werde, hĂ€nge von den gegebenen UmstĂ€nden ab.
Russland spricht von ukrainischem Angriff
Der Gastanker "Arctic Metegaz" war vor zwei Wochen vor der KĂŒste Libyens nach Explosionen in Brand geraten. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit Wasserdrohnen angegriffen zu haben. Kiew hat den Vorfall offiziell nicht kommentiert. Die 30 Mann starke Besatzung ist gerettet worden. Die libysche KĂŒstenwache hatte zunĂ€chst angegeben, das Schiff sei untergegangen. Dann tauchten aber Fotos auf, die die "Arctic Metagaz" mit erheblicher Schlagseite zeigen. Das Schiff driftet demnach in Richtung Malta.
Die Schlagseite habe sich verstÀrkt, auch seien Explosionen zu hören und vereinzelt Feuer zu sehen. Dabei seien erhebliche Mengen an Treibstoff in dem Schiff verblieben, teilte Moskau nun mit. Russland nehme seine Verantwortung als Flaggennation redlich wahr und behalte die Lage unter Kontrolle, indem die Regierung den Kontakt zum Schiffseigner als auch zu den verantwortlichen Behörden der Anrainerstaaten halte, betonte Sacharowa. Moskau behalte sich weitere rechtliche Schritte vor, sobald die juristische EinschÀtzung des Vorfalls durch die eigenen Sicherheitsbehörden abgeschlossen sei.
Malteser Behörden warnen andere Schiffe
Die maltesischen Schifffahrtsbehörden warnen bereits seit Tagen, der Gastanker könne zur Gefahr fĂŒr andere Schiffe werden. Nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa befinden sich Einheiten der italienischen Marine - ein Schlepper und falls erforderlich ein Spezialschiff zur BekĂ€mpfung von Umweltverschmutzungen - in der NĂ€he des Tankers. Zu den Ăberlegungen gehört, die "Arctic Metagaz" weiter hinaus auf die offene See zu schleppen. In Rom berief MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni eine Krisensitzung ein.
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