Aktien Frankfurt: Dax im geopolitischen Umfeld leicht im Minus
11.08.2025 - 12:11:48Nach einem freundlichen Auftakt war bei knapp 24.220 Punkten zunÀchst Schluss mit der AnnÀherung an das einen Monat alte Rekordhoch von 24.639 Punkten. Der Leitindex gab sein positives Vorzeichen auf, weil Anleger unter anderem wegen geopolitischer Unsicherheit vorsichtig wurden.
Zur Mittagszeit fiel der Dax DE0008469008 um 0,16 Prozent auf 24.124 Punkte, wÀhrend der MDax DE0008467416 um 0,44 Prozent auf 31.356 Punkte nachgab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 stand zuletzt auch leicht in der Verlustzone, wÀhrend sich an den New Yorker Börsen ein solider Auftakt anbahnte.
Ob auf dem zuletzt eingeschlagenen AufwĂ€rtskurs in den kommenden Tagen weitere Gewinne möglich sind, dĂŒrfte von wichtigen Ereignissen abhĂ€ngen. ZunĂ€chst warten die Anleger auf frische US-Inflationsdaten, die am Dienstag groĂe Bedeutung haben könnten mit Blick auf die Frage, ob die US-Notenbank Fed den Leitzins im September senken wird.
Die UBS schrieb am Morgen in einem Kommentar, dass die Stimmung aber auch anfĂ€llig fĂŒr Zoll-, Wirtschafts- und geopolitische Schlagzeilen bleibe. So steht am Freitag eine wichtige Weichenstellung fĂŒr den Ukraine-Krieg auf der Agenda. Dann will US-PrĂ€sident Donald Trump den russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin im Bundesstaat Alaska empfangen, um ĂŒber eine mögliche Friedenslösung im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu verhandeln.
Die UBS-Fachleute erwĂ€hnten auĂerdem die anhaltenden Zolldrohungen der USA als Unsicherheitsfaktor. "Die MĂ€rkte werden wahrscheinlich die Zusicherung benötigen, dass China eine weitere 90-tĂ€gige Pause im Handelskrieg erreichen kann, da der aktuelle Aufschub am 12. August auslĂ€uft", schrieben sie. Denn es bestehe die Gefahr, dass China auch mit neuen Zöllen konfrontiert werde, sofern das Land weiterhin russisches Ăl kaufe.
Vor dem geopolitischen Hintergrund gerieten die Aktien von RĂŒstungskonzernen unter Druck, allen voran die 4,3 Prozent niedrigeren Rheinmetall DE0007030009-Titel. Bei den auch 2025 nochmals sehr stark gelaufenen Sektorwerten machten Anleger vor dem Trump-Putin-Gipfel also weiter Kasse. Der Rheinmetall-Kurs erreichte ein Tief seit Anfang Mai, auch wenn das Jahresplus noch immer mehr als 150 Prozent betrĂ€gt.
Auch andere Werte fielen, in die zuletzt RĂŒstungsfantasie gekommen war. Dies betraf zum Beispiel den Motorenbauer Deutz DE0006305006 mit einem dreiprozentigen Abschlag. Die Titel von Salzgitter DE0006202005 verloren zuletzt 2,6 Prozent, nachdem im Juli eine Zulassung fĂŒr Panzerstahl durch die Bundeswehr zeitweise den Kurs beflĂŒgelt hatte. Der Stahlkonzern bestĂ€tigte zu Wochenbeginn mit seinen finalen Zahlen die Eckdaten und die im Juli gesenkten Jahresziele.
Finale Resultate gab es auĂerdem vom Finanzdienstleister Hypoport DE0005493365, dessen Kurs nach freundlichem Start mit 4,4 Prozent ins Minus sackte auf ein Tief seit April. Das Unternehmen hatte bereits Ende Juli vorlĂ€ufige Zahlen vorgelegt. Diese hatten den vor einem Monat begonnenen AbwĂ€rtstrend zuletzt nochmals verschĂ€rft.
Im Dax wurden die Aktien von Munich Re DE0008430026 zum Spitzenreiter: Mit plus 2,1 Prozent erholten sie sich von ihrem Kursrutsch vom Freitag, der mit Gewinnmitnahmen und einem PreisrĂŒckgang bei erneuerten VertrĂ€gen in Zusammenhang gebracht worden war.
Die Anteile der Beteiligungsgesellschaft Mutares DE000A0SMSH2 zeigten sich im SDax DE0009653386 am Tag vor der Zahlenvorlage weiter erholt um 2,7 Prozent. Das Unternehmen erwirbt das KrangeschĂ€ft vom Nutzfahrzeugzulieferer Jost DE000JST4000. Dessen Aktien reagierten darauf mit einem Anstieg um ein Prozent. Erworben hatte Jost die Sparte im Zuge der ĂŒbernommenen Hyva Gruppe.

