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Aktien Frankfurt: Dax im geopolitischen Umfeld leicht im Minus

11.08.2025 - 14:59:34

Nach der deutlichen Vorwochenerholung mangelt es dem Dax DE0008469008 zu Beginn der neuen Börsenwoche an weiterem RĂŒckenwind.

Anleger wurden am Montag unter anderem wegen geopolitischer Unsicherheit vorsichtiger als zuletzt. Bei knapp 24.220 Punkten war am Vormittag zunÀchst Schluss mit der AnnÀherung an das einen Monat alte Rekordhoch von 24.639 Punkten.

Am Nachmittag fiel der Dax DE0008469008 um 0,19 Prozent auf 24.117 Punkte, wÀhrend der MDax DE0008467416 um 0,46 Prozent auf 31.348 Punkte nachgab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 stand zuletzt auch leicht in der Verlustzone, wÀhrend sich an den New Yorker Börsen ein solider Auftakt anbahnte.

Ob auf dem zuletzt eingeschlagenen AufwĂ€rtskurs in den kommenden Tagen weitere Gewinne möglich sind, dĂŒrfte von wichtigen Ereignissen abhĂ€ngen. ZunĂ€chst warten die Anleger auf frische US-Inflationsdaten, die am Dienstag anstehen. Große Bedeutung haben könnten sie mit Blick auf die Frage, ob die US-Notenbank Fed den Leitzins im September senken wird.

Die UBS schrieb in einem Kommentar, dass die Stimmung aber auch anfĂ€llig fĂŒr Zoll-, Wirtschafts- und geopolitische Schlagzeilen bleibe. So steht am Freitag eine wichtige Weichenstellung fĂŒr den Ukraine-Krieg auf der Agenda. Dann will US-PrĂ€sident Donald Trump den russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin im Bundesstaat Alaska empfangen, um ĂŒber eine mögliche Friedenslösung im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu verhandeln.

Die UBS-Fachleute erwĂ€hnten außerdem die anhaltenden Zolldrohungen der USA als Unsicherheitsfaktor. "Die MĂ€rkte werden wahrscheinlich die Zusicherung benötigen, dass China eine weitere 90-tĂ€gige Pause im Handelskrieg erreichen kann, da der aktuelle Aufschub am 12. August auslĂ€uft". Denn es bestehe die Gefahr, dass China auch mit neuen Zöllen konfrontiert werde, sofern das Land weiterhin russisches Öl kaufe.

Vor dem geopolitischen Hintergrund gerieten die Aktien von RĂŒstungskonzernen unter Druck, allen voran die 3,6 Prozent niedrigeren Rheinmetall DE0007030009-Titel. Bei den auch 2025 nochmals sehr stark gelaufenen Sektorwerten machten Anleger vor dem Trump-Putin-Gipfel also weiter Kasse. Der Rheinmetall-Kurs erreichte den tiefsten Stand seit Anfang Mai, auch wenn das Jahresplus noch immer mehr als 150 Prozent betrĂ€gt.

Auch andere Werte fielen, in die zuletzt RĂŒstungsfantasie gekommen war. Dies betraf zum Beispiel den Motorenbauer Deutz DE0006305006 mit einem fast vierprozentigen Abschlag. Salzgitter DE0006202005 verloren zwei Prozent, nachdem im Juli eine Zulassung fĂŒr Panzerstahl durch die Bundeswehr zeitweise den Kurs beflĂŒgelt hatte. Der Stahlkonzern bestĂ€tigte zu Wochenbeginn mit seinen finalen Zahlen die Eckdaten und die im Juli gesenkten Jahresziele.

EndgĂŒltige Resultate gab es außerdem vom Finanzdienstleister Hypoport DE0005493365, dessen Kurs nach freundlichem Start mit 6,5 Prozent ins Minus und auf den tiefsten Stand seit April sackte. Das Unternehmen hatte bereits Ende Juli vorlĂ€ufige Zahlen vorgelegt. Diese hatten den vor einem Monat begonnenen AbwĂ€rtstrend zuletzt nochmals verschĂ€rft.

Im Dax setzten sich die Anteile der Commerzbank DE000CBK1001 mit einem Plus von 2,9 Prozent an die Spitze. Mit einer Steigerung um 125 Prozent sind sie im laufenden Jahr nach Rheinmetall der zweitbeste Wert im deutschen Leitindex.

Die Anteile der Beteiligungsgesellschaft Mutares DE000A0SMSH2 legten im SDax DE0009653386 am Tag vor der Zahlenvorlage um 6 Prozent zu. Das Unternehmen erwirbt das KranegeschĂ€ft vom Nutzfahrzeugzulieferer Jost DE000JST4000, dessen Aktien mit einem Anstieg um 0,4 Prozent nicht groß reagierten. Jost passte den Ausblick an, der sich nur noch auf die fortgefĂŒhrten GeschĂ€fte bezieht.

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