Aktien, Wien

Aktien Wien Schluss: ATX gibt wieder nach

21.11.2025 - 18:32:56

Nach der Erholung der Vortage sind am Freitag an der Wiener Börse schon wieder dunklere Wolken aufgezogen.

Der ATX schloss 0,64 Prozent im Minus auf 4.789,17 Punkten. Auf Wochensicht bedeutet das einen Kursverlust von 1,3 Prozent, womit der heimische Leitindex im europÀischen Vergleich noch glimpflich davonkam. Der ATX Prime fiel am Freitag um 0,53 Prozent auf 2.384,30 ZÀhler.

Noch deutlichere Verluste aus dem frĂŒhen Handel wurden in Wien wie im europĂ€ischen Umfeld die AbschlĂ€ge immerhin wieder eingedĂ€mmt. In den USA berappelten sich die Kurse nach dem tiefroten Vortag. Dort hatten am Vorabend insbesondere die Tech-Werte eine dramatische Kehrtwende hingelegt, als die Erleichterung nach guten Nvidia-Zahlen wieder den Sorgen vor ĂŒberhöhten Bewertungen und hohen KI-Investitionen gewichen war.

Im Blick stand auch weiterhin die Debatte ĂŒber einen US-Friedensplan, der heikle ZugestĂ€ndnisse der Ukraine vorsieht. Insidern zufolge erhöhten die USA nun den Druck auf die Ukraine, einem von der Regierung in Washington vermittelten Rahmenabkommen fĂŒr einen Frieden mit Russland zuzustimmen. Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj will nach eigenen Worten schnell und konstruktiv mit den USA an einem Friedensplan zur Beendigung des russischen Angriffskriegs arbeiten, schloss aber einen Verrat nationaler Interessen aus.

Die stĂ€rksten Kursverluste verzeichneten in Wien mitunter die grĂ¶ĂŸten Gewinner im bisherigen Jahresverlauf. AT&S folgten den negativen Sektorvorgaben und fielen um zwei Prozent. SchwĂ€che zeigten auch Titel der Strabag, Voestalpine und Porr mit Verlusten zwischen 1,2 und 3,8 Prozent. Im Bankensektor gaben Erste Group und BAWAG bis zu 0,7 Prozent ab.

Die Ausnahme bildeten die Papiere der RBI, die ein Prozent zulegten, sowie die der UNIQA. FĂŒr letztere bekrĂ€ftigte die Bank Berenberg die Kaufempfehlung mit Kursziel 16,10 Euro; die Titel gewannen 2,2 Prozent auf 13,92 Euro. Die Bewertung gemessen am vorausschauenden KGV fĂŒr 2027 sei angesichts des starken Wachstumsprofils sehr attraktiv, so Analyst Michael Huttner.

Auch bei anderen Titeln standen AnalysteneinschÀtzungen im Fokus. Oddo BHF nahm DO&CO mit "Outperform" und einem Kursziel von 240 Euro neu auf - die Aktie trat bei 180 Euro auf der Stelle.

Die Erste Group bestĂ€tigte ihre Halteempfehlung fĂŒr die Post, senkte jedoch das Kursziel von 33,7 auf 31,0 Euro. Die Neunmonatszahlen hĂ€tten den SchĂ€tzungen entsprochen, schrieb Erste-Analyst Christoph Schultes in der Analyse. Die neue Prognose fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2025 deute jedoch darauf hin, dass Umsatz und EBIT niedriger ausfallen, als ursprĂŒnglich erwartet. Post-Anteile gaben um ein Prozent auf 29,60 Euro nach.

@ dpa.de