Finanzierung/Investitionen, Hauptversammlungen

Varta-KleinaktionÀre dringen auf EntschÀdigung

23.09.2024 - 17:29:43

Nach der Hauptversammlung des angeschlagenen Batteriekonzerns Varta DE000A0TGJ55 wird eine Klage von AktionĂ€rsschĂŒtzern wahrscheinlicher.

Der Grund: Im Überlebenskampf will Varta die freien AktionĂ€rinnen und AktionĂ€re ohne Kompensation aus dem Unternehmen drĂ€ngen. Der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer der Deutschen Schutzvereinigung fĂŒr Wertpapierbesitz (DSW), Marc TĂŒngler, wirft dem Vorstand vor, die Interessen der Kleinanleger zu ignorieren. "Die Versammlung war eine Kampfansage", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

"Die TĂŒr ist zwar noch nicht geschlossen. Wir sind im Verhandlungsstadium", sagte TĂŒngler. Aber der Druck auf Varta mĂŒsse steigen. Eine Auseinandersetzung vor Gericht sei daher wahrscheinlicher geworden. "Wir bereiten uns jetzt ganz konkret darauf vor. Nach dieser Hauptversammlung werden wir klarer werden mĂŒssen, was denn die Konsequenzen sind, wenn das Unternehmen den Streubesitz ohne EntschĂ€digung rausdrĂŒcken will."

Der Varta-Vorstand informierte die Anleger auf einer außerordentlichen Hauptversammlung ĂŒber die Lage des Konzerns. Die Veranstaltung am Montag fand hinter verschlossenen TĂŒren statt. Die DSW vertritt zusammen mit Partnern nach eigenen Angaben mehr als 3.000 freie Varta-AktionĂ€re. Insgesamt sind aktuell noch 49,9 Prozent der Aktien im Besitz von Kleinanlegern. MehrheitsaktionĂ€r Michael Tojner hĂ€lt 50,1 Prozent.

Dauerkrise bei Varta

Der Batteriekonzern aus dem schwÀbischen Ellwangen steckt schon lÀnger in der Krise. Neben konjunkturellen Problemen stehen auch Managementfehler im Raum. In den ersten neun Monaten des Jahres 2023 hatte Varta rund 554 Millionen Euro Umsatz gemacht. Neuere GeschÀftszahlen gibt es wegen eines Hackerangriffs nicht. Der GeschÀftsbericht 2023 wird Ende Oktober erwartet, Angaben zum ersten Quartal 2024 im November.

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