Bayern, Lösungssuche

Bayern will Lösungssuche fĂŒr KassenbeitrĂ€ge ohne Denkverbote

21.12.2025 - 17:19:47

Nach der Last-Minute-Einigung zu den KrankenkassenbeitrÀgen fordert Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach von Bund und LÀndern eine lÀngerfristige Lösung zur dringend notwendigen Kostenstabilisierung.

"Die am Freitag beschlossene Regelung schafft die notwendige Ausgangsbasis fĂŒr die Beratungen in der Finanzkommission Gesundheit des Bundesgesundheitsministeriums. Hierbei darf es keine Denkverbote geben", sagte die CSU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in MĂŒnchen. Bayern poche auf ein zukunftsfĂ€higes Gesamtkonzept, das die Belastungen zielgerichtet und generationengerecht verteile.

Forderung an SPD-Chef Klingbeil

Gerlach forderte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) erneut auf, sich beim Thema Krankenkassen-BeitrĂ€ge zu bewegen. "Eine Entlastung der Kassen und damit der Beitragszahler durch kurzfristig wirkende Schritte ist dringend notwendig. Wenn aber im Rahmen des Gesamtkonzepts fĂŒr die weiteren Jahre alle ihren Beitrag zur Stabilisierung der GKV leisten, ist auch der Bund gefragt." Der Bund mĂŒsse versicherungsfremde Leistungen hinreichend aus Steuermitteln finanzieren. "Das wĂŒrde Finanzmittel im zweistelligen Milliardenbereich pro Jahr fĂŒr die Krankenkassen freisetzen."

Weiterer Anstieg der KassenbeitrĂ€ge mĂŒsse verhindert werden

"Es ist wichtig, einen weiteren Anstieg der Krankenkassen-BeitrĂ€ge möglichst zu verhindern", sagte Gerlach. Der im Vermittlungsausschuss gefundene Kompromiss sei gut, klar sei aber auch, dass die Stabilisierung der GKV-Finanzen nicht einseitig und dauerhaft zulasten der KrankenhĂ€user gehen dĂŒrfe. Die neue Regelung sehe zwar bei der Krankenhausfinanzierung empfindliche Einschnitte fĂŒr 2026 vor, zugleich verhindere sie aber, dass diese Einschnitte automatisch dauerhaft zulasten der KrankenhĂ€user wirkten.

Aktuelle Einigung setzt auf Kostenbremse bei Kliniken

Bundestag und Bundesrat hatten am Freitag in praktisch letzter Minute ein Sparpaket mit einer Kostenbremse bei den Kliniken gebilligt, der Ausgaben von bis zu 1,8 Milliarden Euro vermeiden soll. So sollen die KrankenkassenbeitrĂ€ge im neuen Jahr stabilisiert werden - einige Kassen kĂŒndigten aber dennoch bereits höhere ZusatzbeitrĂ€ge an. Der Kompromiss sieht eine einmalige Kappung der Klinik-VergĂŒtungen 2026 vor - aber, ohne dass es zu einer niedrigeren Ausgangsbasis fĂŒr Folgejahre fĂŒhren soll.

@ dpa.de