ROUNDUPMaskenaffÀre, Angespannte

Angespannte Stimmung im Ausschuss nach Sudhof-Befragung

10.09.2025 - 18:30:13

Nach der zweiten Befragung der Sonderermittlerin Margaretha Sudhof in der AffÀre um die umstrittenen staatlichen MaskenkÀufe in der Corona-Pandemie ist die Stimmung im Haushaltsausschuss angespannt.

Linken-HaushĂ€lterin und Parteivorsitzende Ines Schwerdtner warf dem Gesundheitsministerium unter Nina Warken (CDU) mangelnde AufklĂ€rung vor und sprach von einer "Verschleppungstaktik". "Wir kommen an dieser Stelle hier im Ausschuss nicht weiter", sagte Schwerdtner. Es brauche einen Untersuchungsausschuss, in dem strafrechtlich Relevantes untersucht werden mĂŒsse.

Ähnlich Ă€ußerte sich GrĂŒnen-Politikerin Paula Piechotta: "Wir brauchen diesen Untersuchungsausschuss, weil nur dort tatsĂ€chlich auch unter Eid Menschen vernommen werden können und wir uns sicher sein können, dass Menschen tatsĂ€chlich auch die Wahrheit sagen." Piechotta kritisierte den Umgang der Union mit den "berechtigen Fragen" der Opposition.

Schlagabtausch zwischen HaushĂ€lterinnen von Union und GrĂŒnen

Zu einem kurzen Schlagabtausch kam es im Anschluss außerdem zwischen Piechotta und Mechthilde Wittmann (CSU). Wegen angeblicher Unterstellungen im Ausschuss mit Bezug auf MaskenankĂ€ufe der Berliner CDU kamen beide zu einem Ă€hnlichen Schluss. "Die Art und Weise, wie hier gearbeitet wird, das hat mit guter parlamentarischer Kultur nichts mehr zu tun", sagte Piechotta. "Da haben Sie mal recht", so Wittmann.

Spahn rechtfertigt Vorgehen

Es war nach einer Sitzung im Juli die zweite Befragung der Sonderermittlerin Sudhof. In einem Bericht hatte die Juristin festgestellt, dass der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gegen den Rat seiner Fachabteilungen handelte. Unter Minister Spahn hatte das Ressort 2020 große Mengen Masken zu festen hohen Preisen beschafft. Aus Rechtsstreitigkeiten mit Unternehmen drohen dem Bund noch Milliardenrisiken. Sudhof war noch vom vorherigen Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eingesetzt worden, um das damalige Vorgehen aufzuklĂ€ren.

Spahn rechtfertigte derweil am Mittwoch im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur erneut sein Vorgehen. "Da geht es um sechs, acht Wochen, wo wir unter grĂ¶ĂŸter Notlage, Mangellage, sehr kurzfristig Schutzmasken besorgen mussten, wĂ€hrend die ganze Welt sie wollte", sagte der Unionsfraktionschef. "Und da, ja, mussten wir auch außergewöhnlich handeln." Mit Blick auf VorwĂŒrfe und das Agieren der Opposition sagte der CDU-Politiker: "Die GrĂŒnen versuchen offensichtlich, aus dem Ganzen politischen GelĂ€ndegewinn zu machen, indem sie vergessen, wie die Zeit damals war."

@ dpa.de